Hausarzt-Thesaurus hilft beim Kodieren

Weil die ICD-10-GM 16.000 Codes enthält, hat das Zentralinstitut der KVen eine kleinere Version für Hausärzte entwickelt.

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NEU-ISENBURG (reh). Auf das Thema Diagnosecodes und Kodierung sind viele Hausärzte nicht gut zu sprechen.

Zu Recht, denn wie selbst das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) auf seiner Website erklärt, ist die internationale Klassifikation der Krankheiten, die ICD-10-GM, für Hausärzte zu unübersichtlich und zu breit angelegt.

Und das koste im Praxisalltag bei der Suche nach der richtigen Diagnose zu viel Zeit. Die Lösung des Problems ist laut ZI der Hausarzt-Thesaurus.

Letzteren hat eine Arbeitsgruppe beim ZI entwickelt, der unter anderen Allgemeinmediziner, hausärztliche Internisten und Kinderärzte sowie Vertreter des DIMDI angehören.

Dabei ist die Basis des Hausarzt-Thesaurus - den Ärzte über die Website des ZI als elektronische Fassung nutzen oder als Papierversion für die Kitteltasche oder als Schreibtisch-Auflage herunterladen können - natürlich auch der ICD-10-GM.

Von 16.000 bleiben 720 übrig

Der Thesaurus biete aber mittels einer Voreinstellung nur diejenigen ICD-10-Codes an, welche für die hausärztliche Versorgung relevant seien, berichtet das ZI.

So bleiben von den rund 16.000 Diagnoseschlüsseln, die die ICD-10-GM umfasst, noch rund 720 übrig. Und diese sind in Kitteltaschen- und Schreibtischversion noch einmal nach Übergriffen wie "Infektionen", "Verdauungssystem" oder "Symptome/abnorme Befunde" sortiert.

Laut ZI enthält der Hausarzt-Thesaurus auch eine - für Hausärzte wichtige - Auswahl von Codes zur Verschlüsselung von Behandlungsanlässen bei Patienten, für die eine spezifischere Kodierung nicht möglich oder nicht sachgerecht ist.

www.zi-berlin.de

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