Vollakademisierung des Hebammenberufes

Hebammen: Akademischer Schulterschluss soll Qualität im Studium sichern

Der neugegründete Hebammenwissenschaftliche Fachbereichstag soll die idealen Strukturen an den Hochschulen etablieren, damit die Nachwuchskräfte ordentlich ihr Fach studieren können.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Der Hebammenberuf wird akademisiert: Künftig wird die Versorgung eines Neugeborenen also nicht gelernt, sondern studiert.

Der Hebammenberuf wird akademisiert: Künftig wird die Versorgung eines Neugeborenen also nicht gelernt, sondern studiert.

© picture alliance / ZB | Waltraud Grubitzsch

Berlin. Seit Inkrafttreten des Hebammengesetzes 2019 zum Zwecke der Vollakademisierung des Hebammenberufes sind Rahmenbedingungen und Fahrplan längst dekretiert.

Um die Transformation von der fachschulischen zur akademischen Hebammenausbildung sinnvoll und zielführend begleiten zu können, haben sich nun 15 Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten mit Studiengängen für Hebammen in Deutschland zusammengeschlossen und den Hebammenwissenschaftlichen Fachbereichstag (HWFT) gegründet.

Die Mitglieder der Gründungshochschulen wählten am Montagabend in Berlin das fünfköpfige Präsidium. Demnach wird Professorin Melita Grieshop (Evangelische Hochschule Berlin) als Präsidentin fungieren, Dr. Henrike Todorow (Medizinische Fakultät Universität Leipzig) als Vize-Präsidentin, Professorin Karolina Luegmair (Katholische Stiftungshochschule München) als Schatzmeisterin Sowie Professorin Therese Werner-Bierwisch (Hochschule Niederrhein Krefeld) und Professorin Nina Knape (Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen) als Beisitzerinnen.

Intensivere und bessere Vernetzung angestrebt

„Mit der HWTF-Gründung kann die hochschul- und bildungspolitische Arbeit im Studium von Hebammen zukünftig bundesweit besser vernetzt und intensiviert werden“, postuliert Grieshop. Und ergänzt: „Ziel ist es auch, den akademischen Hebammenberuf und die Entwicklung der hebammenwissenschaftlichen Disziplin zu stärken.“

Als bundesweite Interessensvertretung der hebammenwissenschaftlichen Studiengänge strebt der HWFT nach eigenem Bekunden einen konstruktiven Dialog mit Politik, Gesellschaft und den hochschulpolitischen Organisationen benachbarter Disziplinen an. Weiter werde sich der HWFT insbesondere für gute Rahmenbedingungen und damit für die weitere Entwicklung der Disziplin Hebammenwissenschaft sowie die Qualitätssicherung in Studium, Forschung und Lehre einsetzen.

Dazu HWTF-Vize Todorow: „Nur unter sehr guter Ausstattung können die beteiligten Hochschulen zielgerichtet dem Fachkräftemangel in der Geburtshilfe entgegenwirken und damit einen passgenauen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Frauen* und ihren Familien während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit leisten.“

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

© Tag der privatmedizin

Tag der Privatmedizin 2023

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weniger Verlangen nach Alkohol

Schützt Semaglutid vor Alkoholmissbrauch?

Rheumatologe gibt Tipps

So geht die Spondyloarthritiden-Therapie von heute

Studie aus Deutschland

34 neue genetische Erkrankungen identifiziert

Lesetipps
In Großbritannien oder Dänemark werden süße Softdrinks seit Jahren stärker besteuert.

© Scott Karcich / stock.adobe.com

Update

Hohe Prävalenzen bei Diabetes und Adipositas

Ärzte fordern Zuckersteuer auf süße Limonaden

Vincenzo Venerito und Florenzo Iannone resümieren, dass das Modell konsistent Wörtern hohe Aufmerksamkeitsgewichte zuwies, die mit ausgedehnten Schmerzen, Müdigkeit, depressiver Stimmung und Dysästhesie in Zusammenhang stehen, und erfasste so genau die linguistischen Schlüsselmerkmale des FMS. Dennoch betonen sie, dass eine umfassende klinische Bewertung weiterhin nötig ist, um alternative Diagnosen auszuschließen und ein FMS zu bestätigen.

© Premium Graphics / stock.adobe.com / generated AI

Diagnose mit künstlicher Intelligenz

KI-Sprachmodell unterstützt bei der Fibromyalgie-Diagnose

Die STIKO empfiehlt RSV-Vorsorge mit dem Antikörper Nirsevimab für alle Neugeborenen und Säuglinge – ungeachtet konkreter Risikofaktoren.

© Christoph Soeder / dpa / picture alliance

Vergütung der RSV-Vorsorge

KBV zur RSV-Prophylaxe: Mehrarbeit „nicht zum Nulltarif“