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Hochschulambulanz für Allgemein- und Hausarztmedizin startet in Mainz

Mit der Eröffnung der neuen Hochschulambulanz für Allgemeinmedizin will die Universität Mainz Forschung und Lehre in dieser Disziplin voranbringen.

Veröffentlicht:

Mainz. Am 1. März nimmt die neue „Allgemeinmedizinische hausärztliche Hochschulambulanz (AHA)“ an der Unimedizin Mainz ihren Betrieb auf. Die AHA solle die Forschung und Lehre in der Allgemeinmedizin weiterentwickeln und so langfristig auch die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz fördern, so die Unimedizin Mainz am Mittwoch.

Für die Patienten biete sich in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt mit der AHA ein zusätzliches Versorgungsangebot außerhalb der Regelversorgung durch die niedergelassenen Ärzte und den Bereitschaftsdienst. Die Hochschulambulanz sei kein Ersatz für das im Dezember 2024 von der KV Rheinland-Pfalz beendete Modellprojekt „Allgemeinmedizinische Praxis am Campus - APC“. Diese konnte nach KV-Angaben nur defizitär betrieben werden. Die Hochschulambulanz soll nun hauptsächlich der Forschung und Lehre dienen.

Die Ausstattung der AHA entspreche der einer niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxis. Als integrierter Bestandteil der Unimedizin Mainz könne die Hochschulambulanz aber im Bedarfsfall auch auf die Medizintechnik zur Diagnostik zurückgreifen, Laboruntersuchungen beauftragen und von anderen Ambulanzen der Uniklinik Mainz Konsile erbeten. Einen weiteren Vorteil sieht die Unimedizin darin, dass die Gesundheitsdaten der Patienten innerhalb der Universitätsmedizin blieben, also nur in einem Sektor erfasst und ausgewertet würden. Das erleichtere die Zusammenarbeit, sei zeitsparender und die Ergebnisse lägen schneller vor.

Die AHA kann im Gegensatz zu den anderen Hochschulambulanzen an der Uniklinik ohne vorherige Terminvereinbarung und ohne Überweisung eines Facharztes aufgesucht werden. Trotzdem sei der Besuch der AHA an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:

  • Die Patienten müssen akut behandlungsbedürftig sein, dürfen aber keinen niedergelassenen Hausarzt vor Ort haben, zu dem sie gehen können. Dies können laut Unimedizin Touristen sein oder Menschen, die erst seit kurzer Zeit in der Region wohnen. Ob sie gesetzlich oder privat versichert sind spielt keine Rolle.
  • Patienten werden durch die Zentrale Notaufnahme der Unimedizin weitergeleitet. Haben die Mitarbeiter der ZNA festgestellt, dass eine Person behandlungsbedürftig ist, jedoch kein akuter Notfall, können diese Patienten einen Termin in der AHA vereinbaren. Je nach Terminlage kann dieser auch noch am gleichen Tag sein.

Alle Medizinstudenten sollen während ihres Studiums mehrfach in der Hochschulambulanz tätig sein, zum Beispiel während der Berufsfelderkennung oder auch im Rahmen von Praktika oder mehrwöchigen Famulaturen. Die Patienten sollen in Anwesenheit von Studenten zunächst von Allgemeinmedizinern behandelt werden. Sind die Patienten einverstanden, werden sie von einem Studierenden untersucht, der eine umfassende Anamnese erstellen soll, in Anwesenheit eines Arztes. Je nach Ausbildungsstand könne auch die Erstuntersuchung vom Studierenden vorgenommen werden, dann schließt sich die fachärztliche Behandlung an.

„Unsere Studierenden erhalten durch diese neue Hochschulambulanz bereits in ihren vorklinischen Semestern Kontakt zu Patientinnen und Patienten“, sagt der Direktor des Zentrums für Allgemeinmedizin und Geriatrie an der Universitätsmedizin Mainz, Professor Michael Jansky. Das könne sehr motivierend sein, zumal die Krankheitsbilder den ganzen Körper umfassten. Das schule den ganzheitlichen Blick, so Jansky.

Vergütet werden die erbrachten Leistung nach Angaben der Unimedizin Mainz über das Gesamtbudget der Unimedizin für die Hochschulambulanzen auf Grundlage des Paragrafen 117 Abs. 1 SGB V. (chb)

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