Nullrunde?

Honorarverhandlungen 2021 sind schon geplatzt

Die Krankenkassen haben der KBV in den Honorarverhandlungen offenbar nur eine Nullrunde angeboten. Der KBV-Vorstand spricht von einem „Affront“ – und erklärt die Gespräche für gescheitert.

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Noch kein zusätzliches Geld für Ärzte in Sicht: Die KBV hat nach dem Scheitern der Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband nun den Erweiterten Bewertungsausschuss angerufen.

Noch kein zusätzliches Geld für Ärzte in Sicht: Die KBV hat nach dem Scheitern der Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband nun den Erweiterten Bewertungsausschuss angerufen.

© Pixelot / stock.adobe.com

Berlin. Knackpunkt Orientierungswert: Die Honorarverhandlungen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband sind gleich in der Anfangsphase geplatzt. Laut KBV haben die Krankenkassen für die Entwicklung des Orientierungswertes eine Nullrunde vorgeschlagen.

Der Orientierungswert des EBM-Punktwerts liegt derzeit bei 10,9871 Cent. „Auf den Vorschlag der KBV, den Orientierungswert um drei Prozent anzupassen, ging die Kassenseite überhaupt nicht ein. Das ist kein Verhandlungsangebot, um eine Einigung zu erzielen, das ist ein Affront“, schimpft KBV-Chef Dr. Andreas Gassen laut Pressemitteilung der KBV von Dienstagabend.

Die KBV habe daraufhin den Erweiterten Bewertungsausschuss angerufen, erklärten in Berlin Gassen und Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Im Erweiterten Bewertungsausschuss sitzen zusätzlich zu den Kassen- und KBV-Vertretern, die je drei Mitglieder entsenden, auch drei unparteiische Mitglieder. Der Vorsitz des Gremiums liegt derzeit beim Gesundheitsökonomen Professor Jürgen Wasem.

„Knallharte Schatzhüter der Kassenfinanzen“

„Die außergewöhnlichen Leistungen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen während der Corona-Hochphase der vergangenen Monate spielen offenbar keine Rolle mehr“, sagte Hofmeister. Sechs von sieben COVID-19-Patienten seien ambulant behandelt worden. „Das war für die Patienten gut und sparte den Krankenkassen nebenbei Geld, da die Krankenhäuser deutlich entlastet wurden“, so Hofmeister.

„Nach konstruktiven und gemeinschaftlich getroffenen Entscheidungen zur Verbesserung der Patientenversorgung während der Hochphase der Corona-Pandemie, geriert sich der GKV-Spitzenverband nun als knallharter Schatzhüter der Kassenfinanzen“, so das Fazit des KBV-Vorstands.

Von seiten des GKV-Spitzenverbands war am Dienstagabend zunächst keine Stellungnahme zum Stand der Verhandlungen zu bekommen.

Die gesetzlichen Vorgaben sehen vor, dass die Verhandlungen bis zum 31. August abgeschlossen sein sollen, da anschließend noch in den Kassenärztlichen Vereinigungen die Details zum Behandlungsbedarf ausgehandelt werden müssen. (ger)

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