Klinikum Offenbach

Im Herbst rollt die Abrissbirne an

40 Millionen Euro veranschlagt der private Klinikbetreiber Sana für die unmittelbar bevorstehenden Abriss- und Umbauarbeiten am Klinikum Offenbach.

Veröffentlicht:
Übergrünte Wasserspiele: So könnte der Blick auf das seit 2010 bestehende neue Haupthaus des Klinikums Offenbach in zwei Jahren aussehen.

Übergrünte Wasserspiele: So könnte der Blick auf das seit 2010 bestehende neue Haupthaus des Klinikums Offenbach in zwei Jahren aussehen.

© Sana

OFFENBACH. Die Sana Kliniken AG hat ihre Investitionspläne im Zusammenhang mit der Übernahme des Klinikums Offenbach konkretisiert. Demnach wird ein Großteil des Budgets für den Abriss des alten, 14-stöckigen Zentralbaus sowie für diverse Standort-Umbauten draufgehen, wie Klinikgeschäftsführer Dr. Jens Schick am Donnerstag erläuterte.

Der private Klinikbetreiber hat sich bei der Übernahme des zuvor von der Stadt betriebenen Klinikums verpflichtet, bis 2026 mehr als 100 Millionen Euro in Offenbach etwa für Medizintechnik und Modernisierungsmaßnahmen auszugeben. Im Gegenzug hatte Sana das Krankenhaus für einen symbolischen Euro und schuldenfrei bekommen.

Nach den Plänen Sanas sollen bereits zum kommenden Winter zwei kleinere Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des Bettenhochhauses aus den 70-er Jahren abgerissen werden. Anfang 2015 soll dann damit begonnen werden, diesen einstigen Zentralbau Stockwerk um Stockwerk abzutragen. Das könnte etwa ein Jahr dauern und 15 Millionen Euro kosten, heißt es.

Allerdings ist das nur eine grobe Schätzung. Erfahrungsgemäß stoße man bei Bauten dieses Alters immer auf gesundheitsgefährdende Stoffe, beispielsweise Asbest, meint Klinikchef Schick. Der Umfang der bevorstehenden Entsorgungsprobleme sei derzeit noch nicht abzusehen.

Auf der frei werdenden Fläche, die unmittelbar vor dem Haupteingang des 2010 eröffneten Klinikneubaus liegt, soll später eine Parkanlage entstehen.

Notaufnahme platzt aus den Nähten

Parallel zu den Abrissarbeiten sollen weitere Umbaumaßnahmen in Angriff genommen werden. So erhofft man sich beispielsweise von einer neuen räumlichen Aufteilung der Notaufnahme Entlastung.

Deren Auslegung für jährlich rund 38.000 Patienten sei nur knapp vier Jahre nach Inbetriebnahme des neuen Haupthauses längst überholt. "Wir sind bei 46.600 Patienten angelangt, Tendenz weiter steigend", erläutert der Klinikchef.

Unmittelbar darüber hinaus anstehende Projekte sind etwa die Einrichtung kürzerer Verbindungswege zwischen Haupt- und Nebengebäuden, der Umzug der Klinikapotheke, der Abriss eines alten Schwesternwohnheims und die Suche nach einem neuen Platz für das Verbandmittellager.

Außerdem sollen bis zum Sommer die nötigen Unterlagen fertig sein, um beim Land Hessen Fördermittel für den Neubau der Psychiatrie beantragen zu können. Ende 2015 will man mit dem Bau beginnen.

Für dieses Vorhaben würden zwischen 15 Millionen und 20 Millionen Euro veranschlagt, so Schick. Insgesamt würden die Abriss- und Umbauarbeiten bis 2016 rund 40 Millionen Euro verschlingen.

Zu dem im November angekündigten Stellenabbau erklärte der Klinikgeschäftsführer, man komme in den Gesprächen mit dem Betriebsrat voran: "Wir sind auf einem guten Weg, der auch vertretbar ist". An der Zielmarke, 350 Stellen in den tertiären Dienstleistungen zu kappen, halte man nach wie vor fest. Mehr wolle er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. (cw)

Mehr zum Thema

Schwarz-grüne Koalition

Laumann bleibt Gesundheitsminister in NRW

Senatsentscheidung

Acht Millionen Euro für Hamburgs Kliniken

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Kinderarzt untersucht ein Kind mittels Ultraschall. Die Pädiater warnen vor Leistungskürzungen, sollte die mit dem TSVG eingeführte Zusatzvergütung für mehr Termine wieder gestrichen werden.

© Christin Klose/dpa-tmn/picture alliance

Sanierung der Kassenfinanzen

Ärzte warnen vor Rücknahme der Neupatienten-Regelung im TSVG