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Anlagen-Kolumne

Indexabbilder werden immer komplexer

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Exchange Traded Funds (ETF) sind passiv verwaltete Fonds, die bekannte Marktindizes abbilden. Anleger können darüber bequem ganze Aktien- und Rentenmärkte kaufen und verkaufen. Wenn Anleger Anteile zurückgeben, muss die Fondsgesellschaft Indexwertpapiere verkaufen und umgekehrt. Das machen Computerprogramme.

ETF sind vor allem kostengünstig. Aber: Kann man Indexabbilder uneingeschränkt empfehlen? – Ja und nein!

Anleger sollten sich bewusst sein, dass zum Beispiel die Zusammensetzung eines klassischen Aktienindexes prozyklisch ist. Aktien mit hoher Wertsteigerung werden immer stärker gewichtet. So kaufte man mit dem Dax im Jahr 2000 einen extrem hohen Anteil Telekommunikationsaktien, im Jahr 2007 fiel der Anteil von Bankaktien sehr hoch aus.

Anleger sollten auch keine ETF für Nischenmärkte kaufen, meist sind dort aktive Fondsmanager, die Unternehmenskennzahlen analysieren, dem Index deutlich überlegen. Gerade bei kleineren Firmen verursachen Finanzinstrumente, die Indizes abbilden, manche Kuriosität.

Da gibt es plötzlich große Kursunterschiede zwischen Vorzugs- und Stammaktien, nur weil eine Gattung im Index ist, die andere aber nicht. Für die Nachbildung muss eine Aktie aus dem Index gekauft werden, was den Kurs entsprechend nach oben treibt. Die Aktiengattung, die nicht im Index ist, bleibt zurück.

Auch Anleihen-ETFs werden immer beliebter – auch solche mit Risikoanleihen, die oft nur eingeschränkt handelbar sind. Normalerweise wären die schlechten Anleihen viel billiger. Wenn aber ETFs einfach kaufen, stabilisieren sich auch die Preise schlechter Anleihen.

Im aktuellen Zinsumfeld kann ich ohnehin kein statisches Investment in Rentenmarktindizes empfehlen. Ein scheinbar einfaches Finanzinstrument wird durch die zunehmende Anzahl Produkte immer komplexer.

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