Anlagen-Kolumne

Je einfacher, desto besser für Privatanleger

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

In Deutschland herrscht inzwischen fast Ausverkaufsstimmung, und wichtige Unterstützungen sind bereits gefallen. Die Anleger suchen gerne nach Orientierungspunkten. Da bietet sich ein Konzept wie die 200-Tage-Linie an, weil es in großen Abständen immer wieder halbwegs eindeutige Signale liefert.

Im Moment ist diese Line bei Anlegern wieder stark gefragt. Es bleibt daher spannend zu schauen, wohin der "Herdentrieb" die Kurse bewegen wird. Die Prognose, die sich ableiten lässt, lautet: "Es kommt drauf an."

Hält die 200-Tage-Linie und der Dax fällt nicht unter 8822 Punkte, dann dürften sich die Anleger bestätigt fühlen und die Kurse recht schnell wieder steigen. Entsprechend sinnvoll wäre es, zügig zu kaufen.

Es kann aber auch genauso sein, dass der Markt unter die 8822 Punkte fällt. Dann sollte man genau das Gegenteil tun und verkaufen. Fällt der Markt unter diese Marke und legt anschließend doch gleich wieder zu, sollte man sich nicht an das erste Verkaufssignal klammern und gleich wieder kaufen.

Das hört sich im ersten Moment nach hektischem Hin und Her an, kann aber durchaus lohnenswert sein - wenn man davon ausgeht, dass der sich anschließend etablierende Trend für einige Zeit hält. So ware es in der Vergangenheit häufig zu beobachten.

Es geht also darum, sich von Beginn an richtig zu positionieren. Zugegebenermaßen ist diese Herangehensweise keine intellektuelle Meisterleistung. Aber genau aus diesem Grund funktioniert sie häufig.

In einer Phase, in der die Leute sich unschlüssig sind und keine feste Meinung dazu haben, ob China nun ein größeres konjunkturelles Problem bekommt oder ob die Krim-Krise zu größeren Verwerfungen führt.

All diese Punkte sind schwer zu beurteilen. Deswegen sollten private Anleger einfache Konzepte nicht vernachlässigen: Am Ende wird die Börse zu großen Teilen von Psychologie bestimmt.

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