„Populistisch“

KBV kritisiert Lauterbach für Aussagen zu den Praxisschließungen

Vergrätzt reagiert die KBV auf die Aussagen des Bundesgesundheitsministers zu den Ärzteprotesten. Es gehe nicht nur ums Geld, sondern vor allem um die vielen Probleme, die den Praxen zu schaffen machen.

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Ein Schild weist an der Eingangstür einer Arztpraxis auf die Schließung bis zum 1. Januar 2024 hin.

Ein Schild weist an der Eingangstür einer Arztpraxis auf die Schließung bis zum 1. Januar 2024 hin. Ärzteverbände haben aus Protest gegen die Gesundheitspolitik von Bundesminister Lauterbach dazu aufgerufen, Hausarzt- und Facharztpraxen zwischen den Jahren geschlossen zu halten.

© Marijan Murat/dpa

Berlin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat einmal mehr den Zorn der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) auf sich gezogen. Es sei „populistisch und sachlich unangemessen“, wenn Lauterbach die aktuellen Ärzteproteste nur auf die Forderung nach mehr Geld reduziere.

Vielmehr stehe die ambulante Versorgung vor dem Kollaps, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen am Donnerstag laut einer Pressemitteilung.

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Bei den gegenwärtigen Praxisschließungen handele es sich nicht um eine „ungerechtfertigte Aktion von Besserverdienenden“. Die Niedergelassenen verzweifelten an den Rahmenbedingungen im Vertragsarztbereich.

Zudem erbrächten sie „statistisch betrachtet ihre Leistungen und Behandlungen seit fast sechs Wochen mittlerweile umsonst, da die Budgets ausgeschöpft sind“.

„Dieser unheilvolle Zustand besteht bereits seit über 30 Jahren. Es geht also nicht um die Portemonnaies der Ärzte, sondern um die ambulante Versorgung der über 70 Millionen gesetzlich versicherten Menschen in Deutschland“, so Gassen.

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Jahr der langen Wartezeiten?

Seinen Worten zufolge steht das System der ambulanten Versorgung vor einem Kollaps. „Wird den berechtigten Forderungen der Praxen nicht entsprochen, wird 2024 das Jahr der langen Wartezeiten werden“, sagte Gassen.

Minister Lauterbach hatte in der Nacht zum Donnerstag erklärt, die Ärzteproteste, zu denen der Virchowbund federführend aufgerufen hat, seien unbegründet. Außer in der Schweiz gebe es in Europa nirgendwo Praxen, die so gut verdienten wie in Deutschland. Spielräume für Honorarzuwächse sehe er nicht.

Kritisch zu den Praxisschließungen hatte sich einen Tag zuvor auch der GKV-Spitzenverband mit Hinweis auf gestiegene Brutto-Reinerlöse geäußert. (juk)

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