Apotheker

Kein Anlass für Euphorie

Die Apotheker legen wirtschaftlich 2015 zwar leicht zu, sehen sich aber hinter den Hausärzten.

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BERLIN. Für die Apotheken hat sich wirtschaftlich im vergangenen Jahr wenig bewegt. Das Betriebsergebnis ist zwar in Summe leicht gewachsen, im Wesentlichen ist dies aber auf ein geringes Wachstum beim Arzneimittelabsatz und ein Schrumpfen der Apothekenzahl zurückzuführen.

Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die beim 53. Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbands (DAV) in Berlin präsentiert wurden.

Im Durchschnitt könnte ein Apothekeninhaber im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 136.345 Euro erwirtschaften, eigentlich das dritte Höchstjahr in Folge, wie Dr. Eckart Bauer, Abteilungsleiter Wirtschaft und Soziales beim DAV, berichtete.

Korrigiert mit dem Verbraucherindex bewege man sich damit allerdings nur wenig über dem Niveau von 2002. Dies verdeutliche, dass die Apotheken nach wie vor vom wirtschaftlichen Wohlfahrtsgewinn abgeschnitten seien.

Keine rosigen Aussichten für das laufende Geschäftsjahr

Das gelte auch im Vergleich mit den Hausärzten. So hinkten Apotheker etwa beim Teilbetriebsergebnis GKV-Versorgung mit knapp 80.000 Euro für die durchschnittliche Betriebsstätte den Ärzten mit 108.000 Euro Betriebsergebnis hinterher. Für das laufende Jahr sieht es auch nicht rosiger aus.

Bauer erwartet, dass die Lohnkosten nach den derzeitigen Verhandlungsstand um bis zu 2,5 Prozent verteuern, die Einkaufskonditionen sich eher verschlechtern und das Absatzwachstum auf ein Prozent beschränkt bleibt.

Selbst wenn eine Anpassung der Vergütung bei Rezepturen und für Dokumentationswand in die geplanten Änderungen Arzneimittelpreisverordnung aufgenommen würden, hätte das wohl erst im nächsten Jahr positive wirtschaftliche Auswirkungen.

Kleine positive Tendenz: Die Zahl der Apotheken werde vermutlich zwar weiter abnehmen, aber moderat. Infolgedessen könnte der durchschnittliche Umsatz pro Betriebsstätte leicht zulegen. Zahlen der Treuhand Hannover hatten jüngst allerdings auch gezeigt, dass vor allem die ohnehin großen Apotheken wachsen und die Schere im Markt weiter aufgeht.

Apotheker: Tragen wirtschaftliches Risiko

Für den DAV-Vorsitzenden Fritz Becker steht daher nach wie vor als politische Forderung die regelmäßige Honoraranpassung im Fokus - und ein Nachschlag beim Nacht- und Notdienstfonds.

Vorschlägen, wie einer Deckelung des Honorars bei Hochpreisern erteilt er eine Absage. Diese bewährte Mischkalkulation dürfe nicht selektiv ausgehebelt werden. Apotheker trügen hier das volle wirtschaftliche Risiko bis hin zur Gefahr der Nullretaxation.

Dieses "Strandräubertum" der Krankenkassen, so Becker, werde aber hoffentlich endlich in der vierten Verhandlungsrunde mit dem GKV-Spitzenverband vor der Schiedsstelle Ende April gelöst. (run)

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