Kammer Hessen

Keine Klinikschließungen durch "vorgeschobene Qualitätsdiskussion"

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BAD NAUHEIM. Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen hat den Gesetzgeber aufgefordert, den Versorgungsbedarf einer alternden Gesellschaft in der Diskussion über Klinikschließungen zu berücksichtigen.

Versorgungskapazitäten dürften nicht "auf der Basis einer vorgeschobenen Qualitätsdiskussion" abgebaut werden, heißt es in einer Mitteilung.

Bei ihrer nicht-öffentlichen Versammlung am Samstag wiesen die Delegierten auf die Studie Deloitte Health Care Indikator 2015 hin: Danach nehmen bundesweit die Fallzahlen in Krankenhäusern bei einer weiteren Verkürzung der Verweildauer so stark zu, dass eine in der Studie angenommene derzeitige Überversorgung von sechs Prozent bei Krankenhausbetten sich im Jahr 2030 in eine Unterversorgung von 1,7 Prozent ins Gegenteil verkehren wird.

Schon bisher komme es immer wieder zu Engpässen, vor allem bei intensivmedizinischen Kapazitäten, kritisierten die Delegierten. So habe beispielsweise die hohe Zahl von Grippefällen im vergangenen Winter zu Problemen in der Versorgung geführt.

Die Daseinsvorsorge gelte auch für die Abdeckung von Spitzenzeiten, erinnern die Vertreter in ihrer Mitteilung. Wenn jetzt vermeintliche Überkapazitäten abgebaut würden, müssten in zehn Jahren teure neue Kapazitäten aufgebaut werden.

Bei der Diskussion über Versorgungskapazitäten sei eine Beurteilung nach Regionen und nach der Erreichbarkeit sinnvoll. (jk)

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