Klinikaufenthalt: Männern sind Wiederholungstäter

Kurz nach Klinikaufenthalt erneut in die Notaufnahme - das passiert Männern viel öfter als Frauen. Forscher vemuten soziale Faktoren als Ursache.

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Immer noch oder schon wieder: Mann im Klinikbett.

Immer noch oder schon wieder: Mann im Klinikbett.

© bilderbox / fotolia.com

BOSTON (mut). In einer Studie mit knapp 370 Männern und ebenso vielen Frauen mussten 47 Prozent der Männer binnen Monatsfrist erneut in die Klinik, aber nur 29 Prozent der Frauen.

Damit war die Rate der Wiedereinweisungen bei Männern um relative 62 Prozent höher, berichten Forscher um Dr. Shaula Woz von der Boston University School of Medicine (BMJ Open 2012; online 18 April).

Eine Erklärung dafür ist offenbar, dass sich Männer selbst nach einem Klinikaufenthalt deutlich weniger für ihre Gesundheit interessieren als Frauen. So ließen sich in der Studie nur 49 Prozent der Männer, aber 57 Prozent der Frauen bei einem niedergelassenen Arzt weiterbehandeln.

Auch stellten sie sich eher taub, wenn die Klinikärzte mit ihnen Vereinbarungen für die Zeit nach ihrer Entlassung trafen: 22 Prozent der Männer, aber nur 13 Prozent der Frauen gaben an, dass ihnen nicht so richtig klar war, was die Ärzte eigentlich von ihnen wollten.

Rehospitalisierungen kosten Milliarden

Als Entschuldigung lassen die Forscher immerhin gelten, dass Frauen deutlich besser an die primärärztliche Versorgung angeschlossen sind als Männer, etwa durch die Krebsvorsorge.

Zudem scheint auch eine soziale Isolation bei Männern die Rehospitalisierung zu begünstigen. So wurden Männer im Rentenalter dreimal häufiger rehospitalisiert als solche im Berufsleben, bei Frauen gab es hierbei dagegen kaum Unterschiede.

Auch arbeitslose, depressive oder unverheiratete Männer sowie Männer mit Behinderungen wurden im Vergleich deutlich häufiger erneut in eine Klinik eingewiesen.

Lebten Männer aufgrund solcher Faktoren eher einsam, was öfter der Fall war als bei Frauen, dann schien sich dies sehr ungünstig auf ihre Prognose auszuwirken.

Die Forscher schlagen daher vor, Maßnahmen zu entwickeln, um Männer wieder besser in soziale Netzwerke einzubinden.

Dies könnte sich nicht nur für die Gesundheit der Männer auszahlen: In den USA verursachen vermeidbare Rehospitalisierungen jährlich Dollar-Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe.

Quelle: www.springermedizin.de

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