Kommentar

Kognitive Dissonanz bei der Vernetzung

Von Philipp Grätzel von GrätzPhilipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

Als Niedergelassener darf man sich schon ein wenig die Augen reiben: Bei einer von SAP initiierten Umfrage unter zwanzig großen deutschen Kliniken kommt heraus, dass sich die Klinikchefs durch Vernetzung mit Partnern ("Fallakten", "Einweiserportale") zum Teil jährliche Einsparungen in Millionenhöhe erwarten.

Die Zahl an sich ist gar nicht so überraschend. Verwunderlich ist eher, dass nicht überall solche Angebote aus dem Boden sprießen. Wer Kliniken sucht, mit denen er sich vernetzen kann, wird nicht viele finden. Die Klinikbosse begründen das mit Sätzen wie "Standards fehlen".

Das stimmt aber nicht. Zumindest die elektronische Fallakte wird breit genug unterstützt, um Investitionssicherheit zu geben. Sogar Praxis-EDV-Hersteller haben sie umgesetzt. Trotzdem macht nur eine Handvoll Klinikbetreiber mit. Kognitive Dissonanz heißt so etwas in der Psychologie. Oder glauben die Kliniken ihren eigenen Hochrechnungen nicht?

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