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Brandenburg

Kopfloses Carl Thiem-Klinikum

Nach dem Aufruhr um die Cottbuser Klinik stellt der Aufsichtsrat nun die Geschäftsführerin frei. Doch dies ist nur der Anfang umfangreicherer Umstrukturierungen.

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

COTTBUS. Das Cottbuser Carl Thiem-Klinikum (CTK) ist derzeit ohne Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat hat am Freitag die umstrittene Geschäftsführerin Heidrun Grünewald mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Das teilten der Gesellschaftervertreter des CTK, der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski, und der Aufsichtsratsvorsitzende Bürgermeister Holger Kelch, mit.

Der Aufsichtsrat des größten Brandenburger Klinikums zog damit die Konsequenzen aus den vorangegangenen Entwicklungen. Grünewald hatte zuvor ein Angebot des Aufsichtsrats abgelehnt, das vorsah, dass sie in einer veränderten Geschäftsführerstruktur ihre Tätigkeit fortsetzt.

Die Betriebswirtin ließ am 30. August mitteilen, dass sie das Angebot nicht annimmt. Daraufhin hat der Aufsichtsrat "nach intensiver Aussprache" einstimmig beschlossen, sie mit sofortiger Wirkung freizustellen.

Aufhebungsvertrag angestrebt

Angestrebt ist eine einvernehmliche Aufhebung des Anstellungsvertrages. Darüber sollen Szymanski und Kelch nun mit Grünewald verhandeln. Die beiden dankten ihr ausdrücklich für ihre Verdienste in den letzten zehn Jahren als Geschäftsführerin.

Sie wiesen aber auch darauf hin, dass es in den vergangenen Wochen Kritik aus der Ärzteschaft an ihrem Führungsstil gegeben hat. Mit einem Offenen Brief hatten rund 100 der 300 Ärzte am CTK diese Kritik kundgetan.

Zudem haben im letzten Jahr eine Reihe von Fachärzten das Klinikum verlassen "mit der Begründung, dass sich das Arbeitsklima deutlich verschlechtert hat", wie Szymanski und Kelch mitteilten.

"Fehlende Kommunikationsstrukturen und fehlende Einbindungen der ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Entscheidungen wurden durch mehrere Briefe von Chef-, Ober-, Fach- und Assistenzärzten zum Ausdruck gebracht", so die Mitteilung weiter.

Klinikleitung soll umstrukturiert werden

Für die Zukunft soll die Klinikleitung umstrukturiert werden. Der Aufsichtsrat hat dem Gesellschaftervertreter empfohlen, die Klinikleitung mit drei gleichgestellten Geschäftsführerbereichen neu zu strukturieren.

Dabei wird ein medizinischer Geschäftsbereich im Hauptamt besetzt. Dazu muss der Gesellschaftervertrag der gemeinnützigen GmbH geändert werden.

Als nächstes soll Szymanski dem Aufsichtsrat Vorschläge zu den Aufgaben der drei Geschäftsführerbereiche und zu Sofortmaßnahmen zur Stärkung des ärztlichen Dienstes unterbreiten. Einigkeit besteht darüber, dass das Klinikum zu 100 Prozent in kommunaler Trägerschaft der Stadt Cottbus bleibt.

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