Baden-Württemberg

Krankenhaus und Kasse wollen digitale Aufbruchsstimmung nutzen

Der Leiter des telemedizinischen Zentrums in Stuttgart mahnt, für eine breitere Akzeptanz der Telemedizin, müsse enger mit dem Hausarzt zusammengearbeitet werden.

Veröffentlicht: 23.06.2020, 17:17 Uhr

Stuttgart. Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) und die Techniker Krankenkassen (TK) plädieren dafür, die digitale Aufbruchstimmung in Folge der Corona-Pandemie zu nutzen für „eine konsequente Weiterentwicklung der Digitalisierung“, so Professor Mark Dominik Alscher, Medizinischer Geschäftsführer des RBK, und Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg in einer gemeinsamen Mitteilung anlässlich eines Pressegesprächs zur Telemedizin.

In zwei gemeinsamen Projekten werden den Angaben zufolge derzeit bundesweit 500 TK-Versicherte mit COPD oder Herzschwäche vom Telemedizinischen Zentrum des RBK betreut. Herzstück des Projekts ist digitales Monitoring: Medizinische Daten und Informationen zum Gesundheitszustand werden digital geteilt, bei Auffälligkeiten nimmt das RBK Kontakt zu den jeweiligen Patienten auf.

Hand in Hand mit Hausarzt

Wichtig für die Akzeptanz ist nach Angaben Benjamin Fingers, Leiter des Telemedizinischen Zentrums am RBK, die Einbindung der behandelnden Ärzte: „Telemedizin und klassische Behandlung vor Ort sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich im Idealfall“. Eine Befragung unter über 100 COPD-Patienten habe ergeben, dass infolge des kontinuierlichen Informationsaustauschs zwei Drittel mehr auf die korrekte Einnahme von Medikamenten achten und jeder Vierte mit dem Rauchen aufgehört hat. Für das Telemedizin-Projekt Herz liegt noch keine Evaluation vor.

Es sei nun wichtig, die positiven Signale mitzunehmen und auch abseits von „Leuchtturmprojekten“ den digitalen Wandel zu gestalten. „Durch fehlende digitale Vernetzung und Festhalten an ineffizienten und fehleranfälligen Prozessen und Strukturen ist die medizinische Versorgung nicht so gut, wie sie sein könnte“, kritisiert Vogt, der gleichzeitig die baden-württembergische Landesregierung auffordert, einzelne telemedizinische Versorgungsnetze zusammenzuführen. (mu)

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