DEGAM-Kongress
MFA-Ausbildung: Gute Strukturen in der Probezeit für Azubis steigern die Erfolgsquote
Die Ausbildung der neuen MFA-Azubis läuft seit einem oder zwei Monaten in den Praxen. Zeit also für erste Feedback-Gespräche und Lernerfolgskontrollen. Passt „die Neue“ ins Team oder nicht? Hilfreich ist auf jeden Fall ein strukturiertes Vorgehen, zeigte sich bei einer Session beim Kongress „Gesundheit gestalten“.
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„So geht‘s!“ Bei der Ausbildung von MFA sollte immer ein Teammitglied zuständig sein, die sich darum kümmert, wie es den Azubis geht und auch wie sie mit dem Lernstoff zurechtkommen.
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Göttingen. Je nach Lage der Sommerferien in den Bundesländern haben die neuen Ausbildungsverhältnisse für Medizinische Fachangestellte (MFA) im August oder im September begonnen. Das heißt, die Probezeit läuft in der Regel noch. Höchste Zeit also, zu reflektieren, ob Ausbildende und Auszubildende mit dem bisherigen Verlauf der Anstellung zufrieden sind.
„Die Probezeit im Ausbildungsverhältnis läuft maximal über vier Monate, mindestens einen Monat“, erläuterte Jutta Hartmann bei der Session „Ausbildung der MFA in der Praxis – eine Teamaufgabe“.
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Während der Probezeit könnten Arbeitgeber, „wenn es nicht funktioniert“, noch mit einer Frist von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen kündigen, beschrieb Hartmann, selbst ausgebildete Medizinische Fachangestellte und Fachwirtin für ambulante Versorgung, die Rechte der Arbeitgeber. Nach Ende der Probezeit sei eine Kündigung nur noch „mit schwerwiegendem Grund“ möglich, etwa bei Diebstahl oder extrem aggressivem Verhalten. Ohne einen solchen Grund müssten sich beide Parteien einigen und einen Aufhebungsvertrag abschließen.
Das Onboarding setzt das erste Zeichen
So weit muss es aber nicht kommen, wenn die Ausbildungszeit gut vorbereitet ist. Das beginne bereits beim Onboarding am ersten Tag für die oder den Azubi: „Gibt es eine Willkommensmappe mit Informationen zu den Arbeitszeiten, zu Ansprechpartnern, zum Corporate Design, zum Umgang mit privaten Handys? Außerdem ein Namensschild, einen Praxisrundgang, eine Unterweisung zum Datenschutz und zur Schweigepflicht und eine zum Umgang mit Hygiene in der Praxis?“ Mit einem gut strukturierten Empfang seien schon erste Zeichen gesetzt, empfahl Hartmann.
Für einen erfolgreichen Start des Ausbildungsverhältnisses und für danach gelte es ohnehin, strukturell vorzugehen und nicht einfach alles auf sich zukommen zu lassen. „Was muss eine Auszubildende in den Monaten der Probezeit schön können? Diese Kriterien sollten bereits vorher feststehen“, so Hartmann. Dementsprechen sollten auch die Aufgaben, die in den ersten Monaten schon vom Azubi oder der Azubine übernommen werden können, definiert sein, zum Beispiel die souveräne Begleitung von Patienten aus dem Wartezimmer ins Behandlungszimmer. „Fördern Sie die Selbstständigkeit“, forderte Jutta Hartmann, „aber Blutabnahme muss es noch nicht gleich sein“.
Ein angemessenes Lob schadet nicht!
Wichtig seien auch regelmäßige Gespräche in den ersten Wochen und Monaten, um die Azubis dort abzuholen, wo sie stehen, und zu fragen, wie sie sich fühlen und ob das Berufsbild tatsächlich zusagt. Auch das Feedback im Team sollte rechtzeitig eingeholt werden, um dann am Ende der Probezeit ein Feedback-Gespräch führen zu können.
Ein angemessenes Lob sollte dann auf keinen Fall fehlen, um die Auszubildenden zu stärken. Dann falle es auch leichter, anzusprechen, wo es noch nicht so gut läuft.
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Indian-Summer in Göttingen! Auf dem Campus treffen sich rund 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses "Gesundheit gestalten", den die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin zusammen mit DGSMP, DGMS und EbM-Netzwerk ausrichtet.
Vor allem aber, empfahl Hartmann, müssten die Zuständigkeiten geklärt sein: Wer ist der erste Ansprechpartner (oder die Ansprechpartnerin) für die Azubis. Normalerweise, erinnerte sie, hätten Meister die Lehrbefugnis für den Beruf, den sie erlernt hätten. Bei Ärztinnen und Ärzten sei das anders: Sie seien in der Medizin ausgebildet, aber nicht zur MFA. Wenn aus dem Praxisteam dann auch eine MFA als direkte Ansprechpartnerin zuständig sei, die sich um den Ablauf der Ausbildung kümmert, seien dann die Voraussetzungen für ein erfolgreich durchlaufenes Curriculum erfüllt. (ger)
Die Vier-Stufen-Methode
Wenn einer MFA in Ausbildung ein neuer Lehrinhalt vermittelt werden soll, dann ist die sogenannte Vier-Stufen-Methode ein erfolgversprechender Lernweg. Wie das funktioniert, erläuterte Jutta Hartmann bei der DEGAM-Session „Ausbildung der MFA in der Praxis – eine Teamaufgabe“. Beispiel Lungenfunktionsmessung:
1. Schritt: „Ich nehme die MFA-Azubi mit und lasse sie zusehen, wie ich es mache.“
2. Schritt: „Beim nächsten Mal erkläre ich genauer, was zu tun ist, wie die Patienten motiviert werden, und ich erkläre auch, warum bestimmte Schritte nötig sind.“
3. Schritt: Der oder die Azubi übernimmt teilweise, mit enger Begleitung durch die betreuende MFA.
4. Schritt: Nun steht die ausgebildete MFA nur noch daneben und lässt die Auszubildende machen. „Anschließend gibt sie Feedback, zuerst Lob, dann das, was noch besser sein könnte.“



