Geld und Vermögen
Medizinische Innovationen – auch ein Fall für die Geldanlage
Das Thema Künstliche Intelligenz dominiert aktuell die Aktienmärkte – bis hin zu Ängsten vor einer Blase. Eine Alternative können Innovationen in der Medizin sein. Das wurde vor Kurzem bei einem Expertenzirkel der Fondsgesellschaft Apo Asset Management deutlich.
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Roboter-assistierte Chirurgie im OP: Die im Vergleich zur händischen minimal-invasiven Chirurgie ergonomische Haltung erleichtert Operateuren die Arbeit. Viele Arbeitsschritte sind mithilfe des Op-Roboters deutlich schneller möglich. Für Anleger ist entscheidend zu erkennen, welche Unternehmen langfristig bei der neuen Technik die Nase vorn haben.
© Jim Varney / Science Photo Libra
Düsseldorf. Eine gute Idee für eine neue medizinische Anwendung ist noch keine Innovation. Um in der Versorgung anzukommen, muss die Idee skalierbar sein, der klinische Nutzen muss nachgewiesen werden und nicht zuletzt kommt es auf die Finanzierung an.
Das war Ansatzpunkt für die Diskussion beim 8. Expertenzirkel der Fondsgesellschaft Apo Asset Management GmbH (apoAsset), der vor Kurzem online übertragen wurde. Auf die Bedeutung des Zusammenspiels von Wissenschaft, BioTech- und Pharma-Unternehmen und Investoren für die klinische Entwicklung wies bei der Diskussion Professorin Iris Löw-Friedrich, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der apoAsset, hin.
Was ist eine gute Innovation?
„Eine Innovation ist dann gut, wenn der Patientennutzen gesteigert wird“, ergänzte Professor Ferdinand Gerlach, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen und stellvertretender Vorsitzender der Finanzkommission Gesundheit. „Entweder muss eine Innovation genauso gut sein wie etablierte Produkte, aber dafür günstiger, oder sie muss besser sein, also Lebensqualität oder Lebensdauer verbessern“, so der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt. Wenn diese Kriterien eingehalten werden, könne der medizinische Fortschritt finanzierbar bleiben.
Wie medizinischer Fortschritt Werte schaffen kann – für Gesundheit und Geldanlage –, das erläuterten beim Expertenzirkel Mario Linimeier, geschäftsführender Gesellschafter der Medical Strategy GmbH, am Beispiel von Innovationen in der Onkologie sowie Professor Alexis Ulrich, Chefarzt und Chirurg am Rheinland Klinikum Lukaskrankenhaus Neuss, der regelmäßig mit robotergestützten Systemen operiert, am Beispiel von Op-Robotern.
Medical Strategy ist eine Fondsmanagementgesellschaft, die vor allem in kleine und mittelgroße innovative Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen investiert, und Partner von apoAsset.
Linimeier stellte die Therapiefortschritte bei Pankreas-Ca, bei Blasenkrebs und bei Lungenkrebs vor, beschrieb die neuen Wirkprinzipien und Angriffspunkte für Wirkstoffe sowie die Stratifizierung bis hin zur Individualisierung der Therapie. Er empfahl für die Geldanlage, vor einem Investment auf klinische Daten zu warten, um das wirtschaftliche Potenzial eines neuen Wirkstoffs und dessen medizinischen Nutzen zu erkennen. Darüber sollten Anleger die Diversifikation nicht vergessen, um das Risiko unter Kontrolle zu halten.
Viele Vorteile roboter-gestützter Systeme im Op
Robotergestützte Systeme im OP seien mittlerweile längst nicht mehr Zukunft, sondern „bereits die Gegenwart“, berichtete Professor Alexis Ulrich über ein weiteres Feld rasanter Innovation in der Medizin. Im Vergleich zu anderen Op-Methoden sah der Chirurg viele Vorteile in robotergestützten Operationen: geringerer Blutverlust, weniger Schmerzen nach der Operation, schnellere Mobilisation, einen geringeren Bedarf an intensivmedizinischer Betreuung und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt. Trotz höherer Anschaffungskosten könnten sich diese Systeme für das gesamte Gesundheitssystem am Ende auch wirtschaftlich lohnen, so Ulrich.
Für Anleger bleibe der Gesundheitssektor am Ende „heterogen“, stellte Kai Brüning fest, Senior Portfoliomanager Healthcare der apoAsset. Das verlange letztlich „tiefgehende Analysen und ein aktives Fondsmanagement“, um Chancen und Risiken des Marktes richtig zu deuten. Auf längere Sicht sieht Brüning beste Chancen für den Gesundheitssektor – auch als Ergänzung zu KI-Aktien. Dieser profitiere zugleich in vielen Aspekten von der Entwicklung in der KI: zum Beispiel in der Verwaltung, in der Diagnostik und auch in der Wirkstoffforschung. (ger)










