Recht

Medizinrechtlerin beklagt überzogene Debatte

Veröffentlicht:

FRANKFURT (dpa). Die Debatte über ärztliche Behandlungsfehler in Deutschland ist aus Sicht einer Expertin überzogen. "Man tut dem System Unrecht und hat die falsche Anspruchshaltung", warnte die Vorsitzende des Vereins Medizinrechtsanwälte, Britta Specht, in einem dpa-Gespräch. So sei es kaum zu verhindern, dass sich solche Prozesse oft über Jahre hinzögen, sagte Specht am Rande des 10. Deutschen Medizinrechtstags in Frankfurt. "Ein ärztlicher Behandlungsfehler ist eben kein Kfz-Unfall", so Specht.

Ein einheitliches, transparenteres Gesetz für einen besseren Patientenschutz - wie zuletzt von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) angeregt - hält die Expertin für unsinnig. Durch die "Mischung aus Gesetz und Rechtsprechung", wie es sie bisher gebe, sei alles klar geregelt. Dass Klagen gegen ärztliche Behandlungsfehler zuletzt mehr in den öffentlichen Fokus rückten, hat für Specht verschiedene Ursachen: Zum einen häuften sich Ärzte-Fehler tatsächlich. Grund sei der gestiegene Kostendruck, der sich vor allem in Einsparungen beim Personal äußere. Zudem steige die Zahl der Klagen.

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Illustration zeigt die Spikes von SARS-CoV-2. Links die britische, in der Mitte die brasilianisch und rechts die südafrikanische Variante. In diesem Bild sind die Atome der Spikes zu erkennen –über 20.000. Auf der Hülle des Virus befinden sich typischer Weise 40 solcher Spikes. Keine der hier gezeigten Farben trifft die Realität, denn die Virenstruktur ist nur aus Schwarzweiß-Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop nachzuempfinden. Grafik erstellt von Maximilian Schönherr am 19. April 2021

© Maximilian Schönherr / picture alliance

COVID-19-Symptome bei B.1.1.529

Corona-Variante Omikron verursacht wohl starke Müdigkeit

Einblick in ein Pflegeheim: Bis 2040 werden 322.000 stationäre Pflegeplätze in Deutschland fehlen, rechnet das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung vor.

© Hendrik Schmidt/dpa

RWI-Studie

Deutschland fehlen Hunderttausende Pflegeheimplätze

Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten