Numerus clausus

Medizinstudenten wollen Reform des Auswahlverfahrens

Veröffentlicht:

JENA. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) verlangt Änderungen im Auswahlverfahren bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen. "Die Abiturnote ist als alleiniges Kriterium nicht geeignet", sagte Verbandspräsident Ayman Mohssen der Deutschen Presse-Agentur. Die Qualität des Abiturs unter den einzelnen Bundesländern sei nicht wirklich vergleichbar.

Auch die oft langen Wartezeiten für Bewerber, die den geforderten Notendurchschnitt nicht erreichen, müssten dringend abgeschafft werden. Für das Medizinstudium gilt wie auch für andere Studiengänge eine Zulassungsbegrenzung, der Numerus clausus (NC). Er wird kontrovers diskutiert.Derzeit liegt ein Verfahren zum Thema beim Bundesverfassungsgericht, von dem sich Mohssen eine Klärung erhofft. Die Karlsruher Richter prüfen derzeit die Klagen zweier Bewerber wegen langer Wartezeit auf einen Medizin-Studienplatz.

"Manche warten 13 Semester, also fast sieben Jahre, auf einen Studienplatz", sagte Mohssen. "Das ist länger, als ein Medizinstudium dauert." Oft liege bereits eine Ausbildung und die Familiengründung hinter den Bewerbern, wenn sie endlich zum Zuge kämen. Das mache es für sie nicht einfacher, mit den hohen Anforderungen des Medizinstudiums zurechtzukommen.

Aus Sicht der Studierendenvertretung sollten bei einer Entscheidung über die Zulassung zum Medizinstudium andere Kompetenzen stärker in den Blickpunkt rücken - etwa die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen und mit ihnen entsprechend zu kommunizieren.

Derzeit werden jeweils 20 Prozent der Medizinstudienplätze aufgrund eines sehr guten Abiturs beziehungsweise nach Wartezeit vergeben. 60 Prozent der Studienplätze können die Hochschulen in einem eigenständigen Auswahlverfahren vergeben. In Deutschland studieren nach Angaben der Bundesvertretung knapp 90 000 junge Frauen und Männer Humanmedizin, es gibt 38 Hochschulen mit einem solchen Studiengang. (dpa)

Mehr zum Thema

Beschluss des Landeskabinetts

Baden-Württemberg will Fachkräfte-Zuwanderung bündeln

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Forschung zu Neuroprotektion

So wird versucht, das Gehirn nach dem Schlaganfall zu schützen

Biomarker-Analyse

Lässt sich die Aussicht auf gesundes Altern im Blut erkennen?

Lesetipps
Blick nach oben in die Baumkronen, sie sich verzerrt dargestellt

© visualpower / stock.adobe.com

Schwindel und massive Blutdruckabfälle

Kasuistik: Kopf im Nacken, Blutdruck im Keller

Um eine Empfehlung für den Off-Label-Einsatz von Semaglutid bei Alkoholabhängigkeit auszusprechen, sei es definitiv noch zu früh, so Wang und Mitforschende. Das Team verweist auf fünf laufende klinische Studien, die mögliche Zusammenhänge untersuchen. Deren Ergebnisse gelte es abzuwarten.

© draghicich / stock.adobe.com

Weniger Verlangen nach Alkohol

Schützt Semaglutid vor Alkoholmissbrauch?