DEGAM-Kongress
Mehr Delegation, bessere Kommunikation, erweiterte Kompetenzen: So sieht die Hausarztpraxis von morgen aus
Was macht die hausärztliche Praxis im neuen Primärversorgungssystem aus? Ärztinnen und Ärzte skizzierten auf dem DEGAM-Kongress ihre Wünsche und Aufgaben.
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Hausärztin Lisa Degener (m.) spricht mit den Workshop-Teilnehmern über das Thema Delegation in der Arztpraxis.
© Rolf Schulten
Göttingen. Delegation, Kommunikation mit Gebietsärzten, erweiterte Kompetenzen – diese drei Aspekte prägen die Hausarztpraxis im geplanten Primärversorgungssystem. Wie das konkret aussehen könnte, damit beschäftigte sich ein Workshop beim DEGAM-Kongress.
- Delegation: Gemeinsam mit Hausärztin Lisa Degener, stellvertretende Sprecherin der Sektion Hausärztliche Praxis der DEGAM, sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, wie gut Delegation bereits heute in den Praxen funktioniert. Die meisten nutzen die Möglichkeit, nicht-ärztliche Aufgaben an das Personal abzugeben. Am häufigsten werden DMP, Infektsprechstunden oder die Wunderversorgung delegiert. Viele Ärztinnen und Ärzte zeigten sich besonders erleichtert darüber, Hausbesuche zum großen Teil nicht mehr selbst übernehmen zu müssen, dafür gebe es VERAH und NäPA. „Während diese zu den Patienten fahren, kann ich vieles andere abarbeiten“, sagte eine Teilnehmerin. Aber: Um die Arzt-Patientenbeziehung nicht zu gefährden, sollten nicht alle kleinen Anlässe an das Personal abgegeben werden. „Dies sind gute Gelegenheiten, um mit den Patienten in Kontakt zu bleiben“, betonte Lisa Degener.
- Kommunikation mit den Gebietsärzten: Hier zeigte sich, dass sich die meisten Hausärztinnen und Hausärzte verbindliche bzw. definierte Versorgungspfade wünschen. Großes Thema war der gegenseitige Respekt, der aus Sicht einiger Teilnehmer nicht immer vorhanden ist. Häufig finde keine Kommunikation mit den Gebietsärzten statt. „Das sieht man daran, dass manche Fachärzte auf meine Anfragen gar nicht antworten“, berichtete eine Ärztin. Andere dagegen sind mit den Gebietsärzten in der Region auf „du und du“ und verfügen über alle Telefonnummern. Wichtig: Gemeinsame Fallkonferenzen müssten unbedingt vergütet werden. „Sonst macht es keiner“, war eine Workshopteilnehmerin überzeugt.
- Erweiterte Kompetenzen: Die gemeinsam erarbeitete Liste, was Hausärzt gerne selbst machen und nicht an die fachärztlichen Kollegen abgeben wollen, war lang – angefangen von der kleinen Chirurgie, über Thrombose-Ausschluss bis zum Ultraschall. Einige plädierten auch für Tätigkeiten im gynäkologischen Bereich. „Erst wenn es nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, soll weitervermittelt werden“, lautete ein Statement. Grundsätzlich sei es wünschenswert, die Weiterbildung breiter aufzustellen, Weiterbildungsassistenten sollten die Möglichkeit bekommen, in viele Bereiche hineinzuschnuppern, hieß es. Natürlich nur, wenn dies auch entsprechend finanziert werde.





