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Halle/Wittenberg

Montgomery für Erhalt der Unimedizin

BÄK-Präsident nennt mögliche Schließung kontraproduktiv - gerade in einem Flächenland, in dem schon heute Ärzte fehlen.

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MAGDEBURG. BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery hat Überlegungen der Landesregierung in Sachsen-Anhalt kritisiert, die Medizinische Fakultät an der Universität Halle/Wittenberg zu schließen.

"Es ist kontraproduktiv, über das Einstampfen einer ganzen Studienrichtung nachzudenken", sagte Montgomery bei der Kammerversammlung Sachsen-Anhalt.

Gerade Flächenländer wie Sachsen-Anhalt, die bereits heute Probleme bei der Besetzung frei werdender Praxen hätten, seien auf gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen. Der zunehmende Ärztemangel verlange ein Bündel von Maßnahmen.

"Bisherige Lösungen springen zu kurz. Das alleinige Angebot von mehr Geld bringt nichts", so Montgomery. Er nannte eine gute Infrastruktur wie Kita-Plätze und Schulen, Entlastungen durch nichtärztliche Fachkräfte, aber auch geeignete Arbeitsplätze für Ehepartner als Beispiele.

Schließlich seien auch andere Zulassungskriterien für das Medizinstudium gefragt. "Ein Numerus clausus von 1,0 ist absurd. Wir brauchen auf dem flachen Land nicht nur Nobelpreisträger, sondern sollten eher versuchen, soziale Kompetenzen zu berücksichtigen."

Die Bundesärztekammer arbeite derzeit an entsprechenden Auswahlverfahren. Aber auch damit lasse sich das Problem des Ärztemangels nicht kurzfristig lösen. Der Ärztenachwuchs, der jetzt mit der Ausbildung starte, sei frühestens nach "zehn bis zwölf Jahren in der Praxis."

Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen äußerte Montgomery den Wunsch: "Wir hätten gern einen Gesundheitsminister, der aufgrund seiner Kompetenz ins Amt kommt."

Das Vorhaben von Union und SPD, Wartezeiten auf einen Facharzttermin auf vier Wochen zu begrenzen, rügte er als Populismus: "Patienten, die wirklich krank sind, müssen in der Regel keine vier Wochen warten." (zie)

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