KV Thüringen

Neues Honorarsystem sorgt für Gewinner und Verlierer

Hausärzte kommen in Thüringen beim neuen HVM gut davon, sagt die KV. Bei Fachärzten sieht es dagegen weniger rosig aus.

Veröffentlicht: 15.03.2013, 07:10 Uhr

Von Robert Büssow

WEIMAR. Alles gut gegangen in Thüringen: Bei der Einführung des neuen Honorarsystems ohne Regelleistungsvolumina im Juli 2012 sind große Verwerfungen ausgeblieben.

"Der Wechsel hat gut funktioniert", sagt KV-Chefin Annette Rommel. Gewinner und Verlierer gibt es trotzdem.

Die Vertreterversammlung (VV) bekam nun eine erste Evaluation zu Gesicht - basierend auf dem dritten Quartal 2012.

Für Hausärzte, hausärztlich tätige Internisten und Kinderärzte ist die Lage auch nach der HVM-Reform weiter sehr komfortabel.

"Es ist entsprechend Geld vorhanden, dass im Grunde jede Leistung zu 100 Prozent vergütet werden kann", sagt Rommel. Bei den Fachärzten sieht es etwas anders aus. Die Quotierung beträgt hier im Schnitt 76,9 Prozent.

"Für alle Fachgruppen hat das Geld ausgereicht. Allerdings mit zum Teil ganz erheblichen Schwankungen", sagte KV-Hauptgeschäftsführer Sven Auerswald.

Laborärzte die Verlierer

Während HNO-Ärzte profitierten, sei die Vergütung bei Neurologen, Psychiatern und auch Urologen gesunken. Was die Ursachen sind, werde nun im Detail analysiert, so Rommel. Womöglich sei das dritte Quartal, in das auch die Sommerferien fallen, nicht repräsentativ.

Um die Arbeit jeder Fachgruppe noch besser bei der Vergütung abzubilden, habe die KV die Berechnung zum Jahreswechsel 2013 noch einmal umgestellt - weg von der Geldmenge eines Vergleichsquartals, hin zu dem Leistungsbedarf einer Fachgruppe bezogen auf das Vorjahresquartal.

"Die eigentlichen Verlierer waren aber die Laborärzte", musste Rommel feststellen. Schuld war eine gleich doppelte Quotierung: Einerseits hatte die KBV bei 93 Prozent eine Decke eingezogen. Dann baute Thüringen noch einmal einen Abschlag ein.

"Dadurch sind die Laborärzte extrem abgefallen. Manche sind dadurch wirklich in Nöte geraten", so Rommel. In einem Akt "innerärztlicher Solidarität" habe die KV aus den Rückstellungen der Haus- und Fachärzte nachgebessert.

"Sorgen bereiten uns auch die Honorarrückgänge im neurologischen und psychiatrischen Bereich", sagt die KV-Chefin.

Wird Budgetierung im Hausärztetopf aufgehoben?

Für Ärzte mit überproportionalen Honorarverlusten (15 Prozent zum Vorjahresquartal bei vergleichbaren Fallzahlen) hat die KV einen Härtefallfonds aufgelegt. "Dies muss durch Subvention der anderen Fachgruppen erfolgen", erklärt Rommel.

Die KV erwartet bei den Fachärzten insgesamt größere Kompensationen als bei Hausärzten. Rommel schlug der Vertreterversammlung darüber hinaus vor, die Budgetierung im Hausärztetopf aufzuheben sowie die Versichertenpauschale im Facharztbereich auszudeckeln.

"Das ist ein Ziel, das wir im nächsten Jahr verhandeln werden", kündigte Rommel eine kleine Revolution für Thüringen an. Eine Mengenausweitung halte sie für sehr unwahrscheinlich. Die Zahl der behandelten Patienten sei im Verlauf der Jahre nahezu konstant geblieben.

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