Anlagenkolumne

Not kennt kein Gebot

Der IWF hat eine einmalige, mindestens 10 Prozentige Vermögensabgabe zur Lösung der europäischen Staatsschuldenproblematik vorgeschlagen. Ob dieser Vorschlag umgesetzt wird ist noch offen.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Vermögenssteuer hin oder her. Der Vorschlag des IWF für eine einmalige, überraschendemindestens 10 Prozentige Vermögensabgabe zur Lösung der europäischen Staatsschuldenproblematik hat hohe Wellen geschlagen.

Es gibt die eine Seite, die diese Idee sehr ernst nimmt und in den nächsten Quartalen mit einer Umsetzung rechnet und es gibt diejenigen, die dem aus nachvollziehbaren Gründen, wie Schwierigkeiten bei der Umsetzung, potenzieller volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Schaden und Vertrauensverlust, keine hohe Wahrscheinlichkeit zutrauen.

Sich dabei auf Dementis von Politikern zu verlassen, ist jedoch ein schwacher Trost. Offensichtlich scheinen auch nur wenige Sparer an eine baldige Vermögenssteuer zu glauben, denn sonst wären wahrscheinlichbereits größere Vermögensumschichtungen zu beobachten.

Allerdings wäre ein rückwirkender Stichtag für die Berechnung ebenfalls eine Option, womit es kaum möglich wäre, dem Zugriff des Staates zu entgehen.

Politische Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt: Not kennt kein Gebot. In jedem Fall gibt es wenige Möglichkeiten, sich vor Vermögensabgaben zu schützen, wenn man sein Vermögen nicht ins Ausland transferieren kann.

Es ist nicht einmal klar, ob eine solche Abgabe in einer überraschenden "Wochenendaktion" auf alle Kontobestände angewendet werden würde oder ob tatsächlich alle möglichen Vermögenswerte dafür herangezogen werden.

Ersteres ist sicherlich schneller und praktikabler, denn zweiteres würde sicherlich sehr langwierige Bewertungen erfordern. Schon allein aus Gründen der derzeitigen Miniverzinsungen sind Barbestände nicht ratsam.

Sachwerte und sachwertähnliche Investments wie Aktien sind deutlich interessanter. Mit hohem Kredithebel allein auf Betongold zu setzen, kann allerdings auch Gefahren bergen. Niemand kann die Zukunft mit Sicherheit prognostizieren und entsprechend ist es gefährlich, alles auf eine Karte zu setzen.

Daran werden auch jene Anleger denken, die aus Angst vor Inflation im Umfeld der Finanzkrisezu viel Gold gekauft haben. Gold ist und bleibt zwar ein attraktiver Bestandteil für jedes Portfolio und ist vor dem Hintergrund des gesunkenen Preises und einer Vermögensabgabe heute wieder interessanter als noch zu Jahresbeginn, aber es sollte eben nur ein Depotbestandteil sein.

In einem diversifizierten Portfolio haben die Kurssteigerungen derAktien den Rückgang der "Goldversicherung" dieses Jahr mehr als kompensiert. Ein ausreichend liquides und gleichzeitig gut diversifiziertes Sachwerteportfolio ist mit Blick auf 2014 die beste Antwort auf unsichere Zeiten.

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