OTC: Patienten vertrauen auf ärztlichen Rat

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POTSDAM (run). In Deutschland wird Selbstmedikation stark genutzt. Vielen Patienten ist dabei nicht nur eine Beratung in der Apotheke wichtig, sondern auch ein schriftlicher Hinweis ihres Arztes. Das ist das Ergebnis einer aktuellen INFAS-Studie. Für die repräsentative Studie, die am Mittwoch beim 47. Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekervereins in Postdam vorgestellt wurde, sind über 1000 Bundesbürger telefonisch zum Thema Selbstmedikation befragt worden. 

Knapp die Hälfte gab an, dass sie sich Medikamente in Vor-Ort-Apotheken mit Beratung kaufen, weitere 28 Prozent in Vorort-Apotheken und Internetapotheken ohne Beratung. Häufigste Anlässe waren Kopfschmerz und Erkältung. Als Infoquelle für den Präparatewunsch hielten 90 Prozent der Befragten eine ärztliche Empfehlung für eher wichtig bis sehr wichtig. Doch nur jedem vierten war das grüne Rezept bekannt.

Nur jeder fünfte Studienteilnehmer gab an, dass er bei einer einfachen akuten Erkrankung immer zum Arzt gehe. Immerhin 21 Prozent sagten allerdings auch, dass die Praxisgebühr ein Hindernisgrund für den Arztbesuch sei. Dieser Anteil war bei Befragten mit niedrigem Einkommen noch deutlich höher. Überraschend: Fast die Hälfte der Befragten meinte, bei einer einfachen Akuterkrankung auf die Beratung in der Apotheke verzichten zu können, 70 Prozent sagten, sie wüßten selbst, welches Medikament nötig sei. 

Dennoch lässt sich der Erhebung zufolge ein Drittel immer bis meistens in der Apotheke beraten, bei Rückenschmerzen sogar 50 Prozent. Die Befragten zollten generell Apotheken ein hohes Vertrauen und eine große Zufriedenheit. Für drei Viertel sind Apotheken denn auch wichtig für die medikamentöse Versorgung. Immerhin 70 Prozent kaufen ihre OTC-Präparate in der Stammapotheke.

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