PKV-Verband: 14 Prozent mehr Honorar für Zahnärzte

Die Zahnärzte haben über eine zu geringe Honorarsteigerung durch die neue GOZ geklagt. Der PKV-Verband sagt jetzt: Die Zahlen sind viel höher.

Veröffentlicht:

KÖLN (iss). Durch die Neugestaltung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) werden die Zahnärzte eine deutlich höhere Honorarsteigerung erhalten als vom Bundesgesundheitsministerium veranschlagt. Davon geht der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) aus. Er rechnet mit einem Mehrhonorar für die zahnärztliche Versorgung von mindestens 14 Prozent.

Der damalige Gesundheitsminister Philipp Rösler hatte im März der "Ärzte Zeitung"angekündigt, dass die technisch notwendigen Anpassungen in der GOZ voraussichtlich zu einer Honorarsteigerung von etwa sechs Prozent führen werden. Nach Angaben des PKV-Verbands ist das Ministerium bei dieser Schätzung davon ausgegangen, dass die Zahnärzte künftig seltener als bislang den 2,3-fachen Regelhöchstsatz überschreiten werden.

"Alle Erfahrung zeigt, dass im Gegenteil immer öfter immer höhere Steigerungssätze angewendet werden", sagt Verbandssprecher Stefan Reker der "Ärzte Zeitung". Bezogen auf den Umsatz habe sich der Einsatz von Steigerungsfaktoren über dem 2,3-Fachen von 2000 bis 2009 um fast 65 Prozent erhöht.

Bleibe es bei diesem Trend, kämen auf die sechs Prozent ein weiteres Honorarplus von acht Prozent, so Reker. Außerdem sei zu erwarten, dass die Zahnärzte auch bald zu einzelnen Gebührenposition "Abrechnungsoptimierungen" entwickeln werden, die zu einer weiteren Kostensteigerung führen werden. "Die Klagen der Zahnärzte über einen angeblich zu geringen Honorarzuwachs sind unangebracht."

Die Folgen der Honorarsteigerungen träfen nicht nur Privatpatienten, betont Verbandssprecher Reker. Auch viele gesetzlich Versicherte müssten die finanziellen Folgen dieser Entwicklung durch einen steigenden Selbstzahleranteil beim Zahnersatz mittragen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neuerungen

Das gilt 2026 bei Abrechnung und Honorar

Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

© Tag der privatmedizin

Tag der Privatmedizin 2025

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer und Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, hofft, dass das BMG mit der Prüfung des Kompromisses zur GOÄneu im Herbst durch ist (Archivbild).

© picture alliance / Jörg Carstensen | Joerg Carstensen

Novelle der Gebührenordnung für Ärzte

BÄK-Präsident Reinhardt: Die GOÄneu könnte 2027 kommen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?

Lesetipps
Eine Frau hält ihrem bettlägerigen Mann die Hand.

© openlens / Stock.Adobe.com

Fünf Szenarien durchgespielt

Was bei einem palliativmedizinischen Notfall Priorität hat