Arzneimittel

PKV fordert gleiche Rechte wie die GKV

Im Arzneimittelbereich fordern die privaten Versicherer, mit der GKV gleichgestellt zu werden.

Veröffentlicht: 18.12.2018, 09:31 Uhr

KÖLN. Die privaten Krankenversicherer (PKV) fordern im Arzneimittelbereich die Gleichstellung mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Es gehe darum, eine Benachteiligung von Privatversicherten und Beihilfeberechtigten gegenüber gesetzlich Versicherten zu vermeiden, so der PKV-Verband in einer Stellungnahme für die Verbändeanhörung zum Referentenentwurf zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung am Montag in Berlin.

Die PKV möchte künftig mit den Apothekern Vereinbarungen über das Arzneimittelmanagement und über Versorgungsziele treffen können. Zudem wünschen sich die Privaten, dass Ärzte auch bei Privatverordnungen „aut idem“ künftig explizit ausschließen müssen. Das soll helfen, „überflüssige Ausgaben“ zu vermeiden. Anders als in der GKV seien die Apotheker aber nicht zur Abgabe bestimmter preisgünstiger Medikamente verpflichtet, betont die PKV.

Die Verwendung eines elektronischen Rezepts müsse künftig unabhängig vom Versichertenstatus möglich sein, findet der Verband. Die im GKV-Bereich geschaffenen technischen Voraussetzungen sollen ebenso für die PKV gelten.

Gleichbehandlung fordern die Versicherer auch bei den geplanten Änderungen für die Vergütung für Zytostatika-Zubereitungen in den Apotheken. „Auch privat versicherte und beihilfeberechtigte Patienten müssen vor unberechtigten Zytostatika-Preisen geschützt werden, damit ein bezahlbarer Krankenversicherungsschutz gewährleistet und die öffentlichen Haushalte geschont werden“, führt der Verband aus.

Bei Medizinalhanf will die PKV ebenfalls von den vorgesehenen Mechanismen der Kostenbegrenzung profitieren – entweder durch direkte Einbeziehung in die gesetzlichen Regelungen oder durch ein Verhandlungsmandat flankiert durch eine Schiedsstellen-Lösung.

Bei Arzneimittelrückrufen wie bei Valsartan wollen die Privatversicherer ebenso wie die Krankenkassen direkte Ansprüche gegen die Pharmaunternehmen geltend machen können. (iss)

Mehr zum Thema

Meinungsforschung

Bürger sind sehr zufrieden mit GKV und PKV

Leistungspflicht

Ambulant vor stationär gilt auch in der PKV

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Viele Menschen leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Aber ab wann gilt eine Krankheit als chronisch? Frankfurter Wissenschaftler wollen Licht ins Dunkel bringen.

Report der Uni Frankfurt

„Chronisch krank“ ist kein definierter Begriff

Gesichtsmasken können dazu beitragen, dass die Träger die Abstandsregeln missachten,

COVID-19-Splitter

Schwangere sind besonders gefährdet

Muster auf Basis des Maschinellen Lernens erkennen, ist eine Stärke, die Künstliche Intelligenz zum Beispiel bei der Diagnostik einbringen könnte.

Enquete-Kommission

Der Arzt steht über der Künstlichen Intelligenz