Direkt zum Inhaltsbereich

Privatlabor

Persönliche Erbringung ist entscheidend

Ärzte laufen beim Privatlabor immer noch Gefahr, durch Falschabrechnung ins Visier des Staatsanwalts zu geraten. Davor hat jetzt ein Arzt aus Nordrhein gewarnt.

Veröffentlicht:
Vorsicht sollten Praxisteams nicht nur im Labor walten lassen, sondern auch bei der Abrechnung.

Vorsicht sollten Praxisteams nicht nur im Labor walten lassen, sondern auch bei der Abrechnung.

© Nenov Brothers / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Ein kurzer Abrechnungstipp in der Sommerakademie zum Labor bei Schilddrüsenpatienten war für Dr. Rolf Ziskoven, stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Nordrhein, der Auslöser, zum Telefonhörer zu greifen.

"Wir müssen die Kollegen davor schützen, im Labor etwas falsch zu machen, die Gefahr ist zu groß, dass sie sonst am Ende vor Gericht landen", so der Hausarzt.

Ziskoven ging es um die in der gedruckten Ausgabe der "Ärzte Zeitung" gekürzte und dadurch missverständliche Passage: "Im Unterschied zur Abrechnung nach EBM, dürfen Sie solche Laborleistungen, die Sie an Ihre LG weitergeben, auch selbst abrechnen."

"Das ist hoch gefährlich", sagt Ziskoven - und er hat recht. Denn, wie in der langen Version auch eindeutig beschrieben ist: Es geht dabei um das "Basislabor" M II.

Diese Leistungen dürfen niedergelassene Ärzte in der Laborgemeinschaft erbringen lassen und dann selbst abrechnen (wenn diese nach fachlicher Weisung unter Aufsicht eines Arztes erbracht worden sind).

Anders bei Leistungen aus dem Speziallabor M III oder M IV: Hier muss der Arzt entweder die Leistung höchstpersönlich erbringen oder per Überweisung an den Laborfacharzt geben, der sie dann selbst mit dem Patienten abrechnet.

Bei den Vorhalteleistungen in der eigenen Praxis (MI), teilweise höher bewertet als derselbe Wert im Kapitel MII, ist die Leistung im praxiseigenen Labor bzw. direkt beim Patienten zu erbringen und darf nicht an eine Laborgemeinschaft gegeben werden.

In dem Fall muss die Laboruntersuchung innerhalb von vier Stunden nach der Probenentnahme erfolgen. (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Privatärztliche Leistungen

Neue Gebührenordnung: „Positiv und mit Mut an die GOÄ rangehen“

Selektivversorgung

Ab Juli mehr Geld für BKK-Versicherte im HzV-Vertrag

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle für das Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer