Gesundheitsförderung

Ran an den Mitarbeiter!

Firmen müssen umdenken, wollen sie alle ihre Mitarbeiter in Zeiten einer flexibler werdenden Arbeitswelt mit Zeitarbeit, Minijob oder Projekt-Vertrag in puncto betrieblicher Gesundheitsförderung erreichen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Baustelle Mitarbeitergesundheit: Im Rahmen der „aufsuchenden Gesundheitsförderung“ direkt am Arbeitsort können auch Mitarbeiter erreicht werden, die potenziell weniger auf ihre Gesunderhaltung achten.

Baustelle Mitarbeitergesundheit: Im Rahmen der „aufsuchenden Gesundheitsförderung“ direkt am Arbeitsort können auch Mitarbeiter erreicht werden, die potenziell weniger auf ihre Gesunderhaltung achten.

© Robert Kneschke /stock.adobe.com

BERLIN. Die flexibler werdende Arbeitswelt mit Zeitarbeit, Minijob oder Projekt-Vertrag – ein Fünftel aller Erwerbstätigen in Deutschland hat keine unbefristete Vollzeitstelle – und der kontinuierliche Anstieg psychischer Erkrankungen und diesbezüglicher Arbeitsunfähigkeiten durch arbeitsbezogene Belastungen führen dazu, dass betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Prävention immer weiter an Bedeutung gewinnen.

Unternehmen haben erkannt, dass sich eine Investition in die Gesundheit ihrer Beschäftigten lohnt und auszahlt. Doch lässt sich gleichzeitig beobachten, dass es Unternehmen im Kontext dieser zunehmenden Flexibilisierung schwerfällt, eine umfassende und vor allem passende Betriebliche Gesundheitsförderung zu realisieren. Das geht hervor aus dem jüngst veröffentlichten Report „Flexible Beschäftigungsformen und aufsuchende Gesundheitsförderung im Betrieb“ der von der GKV und gesetzlichen Unfallversicherung getragenen Initiative Gesundheit und Arbeit (iga). Im Kern geht es um die Umsetzung der auf dem Präventionsgesetz von 2015 fußenden Prävention in Lebenswelten wie dem Arbeitsalltag.

Effektiv und sehr niedrigschwellig

Für die betriebliche Gesundheitsförderung ist die Gruppe der flexibel arbeitenden Beschäftigten aus verschiedenen Gründen schwer zu erreichen. Ein vielversprechender Ansatz ist, wie es im iga-Report heißt, die „aufsuchende Gesundheitsförderung“ – und damit die Gesundheitsförderung direkt am Schreibtisch, der Werkbank oder dem Verkaufstresen.

„Durch sie gelingt es in hohem Maß und sehr niederschwellig, auch flexibel Beschäftigte in die Betriebliche Gesundheitsförderung zu integrieren sowie unterrepräsentierte, besonders risikoexponierte, schwer zugängliche Gruppen zu erreichen.

Aufsuchende Gesundheitsförderung stellt ein erfolgreiches Instrument dar, den Herausforderungen von Arbeiten 4.0 und diesbezüglichen Belastungen und Stressoren zu begegnen“, so die Autoren. Zeitliche und örtliche Barrieren würden auf ein Minimum reduziert. Weiterhin hielten sich die Kosten in Grenzen, da keine Strukturen wie geeignete Trai-ningsräume, Umkleidekabinen, Duschen oder teure Ausstattung geschaffen oder angemietet werden müssten.

Lösung auch für kleine Betriebe

„Durch diese strukturellen Bedingungen ist die aufsuchende Gesundheitsförderung sowohl für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) als auch für Großunternehmen und dort vorzufindende Beschäftigungsformen sehr gut geeignet“, steht im Report geschrieben.

Wie es dort weiter heißt, würden die aufsuchenden BGF-Maßnahmen arbeitnehmerseitig sehr gut akzeptiert und frequentiert und erreichten auch unterrepräsentierte Gruppen – Arbeitnehmer, die kein hohes Gesundheitsbewusstsein haben oder sich nicht gesundheitsförderlich verhalten.

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