Mobile Health

Regionen machen EU Druck

Der Ausschuss der Regionen dringt auf eine EU-weite Zusammenarbeit, um Mobile-Health-Angebote in Europa flächendeckend einzuführen. Dies soll helfen, die Bevölkerung besser zu versorgen und Kosten zu sparen.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 15.12.2014, 10:10 Uhr

BRÜSSEL. Mobile-Health-Dienstleistungen können in Europa zu mehr Kosteneffizienz in den nationalen Gesundheitssystemen beitragen. Dieser Ansicht ist zumindest der Ausschuss der Regionen (AdR).

Dieser hat nun die EU aufgefordert, die Zusammenarbeit zu vertiefen und das Potenzial neuer Technologien auszuschöpfen, um die Qualität der Gesundheitsversorgung in der Europäischen Union zu verbessern.

Es sollte eine gemeinsame EU-Strategie auf den Weg gebracht werden. Durch diese soll der Austausch von Wissen und Informationen in den Mitgliedstaaten erheblich zunehmen.

Über entsprechende M-Health-Angebote sollen aber auch Kosteneinsparungen möglich werden und der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen der Zukunft verbessert werden.

In einer unter Federführung des AdR-Berichterstatters Karsten Uno Petersen verfassten Stellungnahme argumentiert der Ausschuss, dass die "wirksamere, zugänglichere und belastbarere" Gestaltung von Gesundheitsdienstleistungen in der EU mit der Anerkennung der Rolle der Gebietskörperschaften beginnen müsse.

 Petersen - Mitglied des Regionalrats der Region Süddänemark - argumentiert laut AdR weiter, dass die EU sich verpflichten müsse, eine soziale Strategie auf den Weg zu bringen, die allen Bürgern den Zugang zu erschwinglichen, hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen ermöglicht.

Demografie zwingt zum Handeln

"In ganz Europa ist es der gleiche mühselige Kampf: Die lokalen Gebietskörperschaften haben es mit einer immer älteren Bevölkerung zu tun, und gleichzeitig werden die öffentlichen Dienstleistungen stark gekürzt.

Nichtsdestotrotz ist die Gesundheitsversorgung ein Recht in der EU und wir müssen sicherstellen, dass alle Bürger Zugang zu einer hochwertigen Versorgung haben", so Petersen.

Der Ausschuss fordere die Standardisierung der Gesundheitsdaten in der EU, um Vergleiche möglich zu machen. Wer zurückliege, könne auf diese Weise Unterstützung erhalten. Zudem sei es von entscheidender Bedeutung, die Zusammenarbeit erheblich zu verbessern.

Petersen: "Wir haben alle dasselbe Ziel, stabile und kosteneffiziente Gesundheitsdienstleistungen zu schaffen, deshalb müssen wir unser Wissen bündeln und austauschen, grenzübergreifend arbeiten und Gesundheitsinformationen verbreiten."

Verbesserte Lebensqualität

Der Ausschuss unterstütze die von der Kommission durchgeführte Überprüfung, die in Mobile-Health-Diensten - bei denen die Technik zum Sammeln von Gesundheitsdaten, zur Bereitstellung von Infos und zur Überwachung der Patienten genutzt wird - ein großes Potenzial zur Verbesserung von Gesundheitsdienstleistungen sieht.

Was durch die mobilen Gesundheitsdienstleistungen an Einsparungen möglich ist, zeigt ein Bericht der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Cooper. Laut AdR könnten demnach bis zum Jahr 2017 immerhin 99 Milliarden Euro eingespart und das Bruttoinlandsprodukt der EU um weitere 93 Milliarden Euro gesteigert werden.

Dadurch könnten der Dienstleistungszugang und die Lebensqualität vieler Bürger verbessert werden. "Mit Mobile-Health-Diensten lässt sich Geld sparen und lassen sich gleichzeitig die Qualität und der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen für alle verbessern.

Patienten, besondere ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, können wieder die Kontrolle über ihre Gesundheit übernehmen und im Alltagsleben unabhängiger werden", erklärte Martin Andreasson, Mitglied der Regionalversammlung von Västra Götaland, der die Stellungnahme des AdR verfasst hat.

Wichtig sei daher, dass die gemeinsame EU-Strategie sicherstelle, dass die Technik frei zugänglich sei.

Aber eben auch, dass eine engere Zusammenarbeit nicht nur zwischen den Mitgliedstaaten, sondern auch über die Grenzen hinweg und zwischen den lokalen Gebietskörperschaften bestehe.

Die Strategie müsse eine Reihe gemeinsamer Standards umfassen, die die Privatsphäre der Bürger in vollem Umfang schütze.

"Eine EU-weite Strategie für Mobile-Health-Dienste wird Innovation und Beschäftigung fördern und die Qualität der öffentlichen Gesundheitsdienstleistungen verbessern", schlussfolgert Andreasson.

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