Anlage

Roboter machen Rendite

Milliardenbeträge fließen weltweit in die automatisierte Fertigung – das treibt Umsatz und Gewinn der Hersteller intelligenter Maschinen.

Von Richard Haimann Veröffentlicht: 16.07.2018, 05:23 Uhr
Roboter machen Rendite

Roboter stellen das Rückgrat der Industrie 4.0 dar.

© Poobest / stock.adobe.com

NEU-ISENBURG. Es ist nicht weniger als eine neue industrielle Revolution: Nicht mehr Menschen, sondern Roboter sollen in naher Zukunft den Großteil der in Europa, Nordamerika, Japan, Südkorea sowie China gefertigten Waren produzieren. Stichwort: Industrie 4.0. Und die Maschinen sollen dabei über schnelle Datenleitungen ständig miteinander kommunizieren, damit alle Einzelteile zeitgerecht auf den automatisierten Fließbändern zusammengefügt werden können.

"Der demografische Wandel mit rückläufigen Geburtenraten und steigender Lebenserwartung macht den Einsatz von Robotern unentbehrlich, um Produktivitätsverluste auszugleichen und den Pflege- und Unterhaltungsbedarf der älteren Bevölkerung zu decken", sagt Thomas Buckard, Vorstand des Wuppertaler Vermögensverwalters Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen. "Das bietet interessante Investitionsmöglichkeiten für Anleger."

Roboter amortisieren sich rascher

Zwar werden Roboter von Automobilkonzernen bereits seit den 1980er Jahren eingesetzt. Lange Zeiten dienten sie jedoch allein dazu, große schwere Karosserieteile mit einander zu verschweißen und Fahrzeuge zu lackieren. Inzwischen werden sie jedoch zunehmend eingesetzt, um Produkte fast vollständig allein zu fertigen – und dies quer über alle Branchen hinweg, von der PC- über die Kühlschrankherstellung bis hin zur Produktion von Arzneimitteln.

Der Grund: Die Rechenleistungen der smarten Helfer sind rasant gestiegen und die Fertigungskosten massiv gesunken. Einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs zufolge amortisierte sich ein im Jahr 2008 erworbener Industrieroboter erst nach zwölf Jahren. "Inzwischen sind es nur noch zwei Jahre", verdeutlichen die Analysten.

Das macht ihren Einsatz in immer mehr Industriezweigen immer rentierlicher. Nach einer Studie der Unternehmensberatung PwC werden deshalb Industriekonzerne weltweit in den kommenden Jahren rund 774 Milliarden Euro für die Automatisierung und Vernetzung ihrer Fertigungsprozesse aufwenden. Profiteure dieser Entwicklung sind dabei Unternehmen, die sich auf die Entwicklung und Fertigung von Robotern spezialisiert haben.

Was deren Aktien für Anleger so interessant mache: "Das jährliche Wachstum in diesem Segment ist deutlich höher als das der Gesamtwirtschaft", sagt Buckard. Zu den bekanntesten Roboterproduzenten zählen der Augsburger Hersteller Kuka und der US-Anbieter Teradyne aus North Reading in Massachusetts, deren Aktienkurse seit 2013 jeweils um mehr als 145 Prozent gestiegen sind.

Große Kursschwankungen

Allerdings sind die Börsennotierungen dieser und anderer Branchenunternehmen keineswegs schnurstracks nach oben gelaufen. Im Gegenteil: Die Kuka-Aktie beispielsweise stieg zwar von Herbst 2016 bis Oktober vergangenen Jahres um 226 Prozent bis auf 248 Euro. Seither ist sie aber wieder bis knapp unter 100 Euro gefallen.

Die Schwankungen rühren daher, dass Profiinvestoren bei diesen Werten nach hohen Kursanstiegen regelmäßig Gewinne mitnehmen, was die Kurse dieser Aktien dann vorübergehend stark fallen lässt. So hatten Pensionskassen und Versicherungen in der ersten Hälfte 2017 nach einer Studie der US-Investmentgesellschaft Blackrock weltweit rund 5,5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro, in Fonds angelegt, die in Robotik-Aktien investieren.

"Zwei Jahre zuvor betrug das gesamte in diesem Segment verwaltete Vermögen gerade einmal 271 Millionen Dollar", kommentierte Patrick Mattar, Stratege der Blackrock-Tochter iShares, damals die Entwicklung. Ein Teil dieses Kapitals wurde jedoch nach hohen Kursgewinnen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres wieder abgezogen.

Um Risiken zu reduzieren und Ertragschancen zu erhöhen, sollten Anleger entweder über aktiv gemanagte Fonds oder börsennotierte Indexfonds, sogenannte ETF, in einen Korb aus vielen Robotik-Aktien investieren, rät Buckard. Da ETF Indizes passiv nachbilden und ihre Anteile nur an Börsen gehandelt werden, sind die Verwaltungskosten gering und es fallen keine Ausgabeaufschläge an.

"Hingegen setzen die Verwalter aktiv gemanagter Fonds Schwerpunkte bei einzelnen Aktien", sagt Buckard. "Das kann von Vorteil oder auch von Nachteil sein, je nachdem, ob deren Nasen gut oder schlecht sind."

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