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Roche investiert in den Forschungsstandort Penzberg

Im bayerischen Penzberg will der Pharmakonzern ein Exzellenz-Zentrum für die personalisierte Medizin schaffen. Der Grundstein wurde bereits gelegt.

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PENZBERG. Personalisierte Medizin mit Wirkstoffen und digitalen Diagnosetools – hier setzt das Pharmaunternehmen Roche seit langem seinen Schwerpunkt. Das gilt, wie Firmenvertreter bei einem Gespräch mit Journalisten berichteten, insbesondere für den Standort im oberbayerischen Penzberg, wo gerade erst das erweiterte Biotechnologie-Zentrum eingeweiht wurde.

Fast 600 Millionen Euro wurden zuletzt in den Standort investiert: Davon flossen 330 Millionen in den Ausbau der Pharma-Produktion und rund 55 Millionen Euro in den Neubau des Diagnostik-Produktionsgebäudes.

Denn in Penzberg, einem der drei deutschen Roche-Standorte, werden unter anderem Pharma-Wirkstoffe entwickelt. Zu zwei von drei derzeit entwickelten Substanzen entstehen parallel eigene Begleit-Diagnostika, die anzeigen, bei welchem Patienten das Medikament wirken kann.

Schon heute hat das Unternehmen mehrere solche Produkte auf dem Markt, vor allem in der Onkologie. Der humanisierte monoklonaler Antikörper Herceptin® (Trastuzumab) gegen Brust- oder Magenkrebs, Zelboraf® (Vemurafenib) gegen Hautkrebs, Tarceva® (Erlotinib) gegen Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs: Jedes dieser Mittel wirkt spezifisch gegen einzelne, definierte Proteine. Patienten, bei denen diese verändert sind, können profitieren, andere nicht. Die Vorab-Diagnostik soll Behandlungen optimieren und Fehltherapien vermeiden.

Effiziente Analysen großer Datenmengen sollen sie sukzessiv weiter verbessern. Roche etabliert derzeit in Kooperation mit dem US-Unternehmen Foundation Medicine Inc. (FMI) den Analyseservice FoundationOne®.

"Chancen, die sich aus der Gensequenzierung ergeben, nutzen"

Dieser kann Tumor-DNA auf über 300 krebstypische Genmutationen hin analysieren. "Wir wollen die Chancen, die sich aus der Gensequenzierung ergeben, nutzen", erläutert Dr. Christoph Franz, Präsident des Verwaltungsrates der Roche Holding AG. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Therapien noch weiter individuell anzupassen.

Zur klinischen Entwicklung neuer Medikamente bei Mutationen, für die es noch keine Therapie gibt, könnten mittels Genanalyse Patienten ausgewählt werden. Gerade zu seltenen Krankheiten gebe es noch Forschungsbedarf.

"Wir kennen heute ungefähr 3000 Krankheiten und haben Medikamente für 300", so Franz. Am strikten deutschen Datenschutzrecht müsse es möglicherweise Änderungen geben, um die Forschung zu erleichtern.

Das Unternehmen sieht auch Medical Apps als gute Therapie-Helfer. Denn es komme auch auf die Compliance an. Deswegen beteilige sich Roche unter anderem an der digitalen Diabetes-Plattform "MySugar". Nicht zuletzt habe die Firma mit den digitalen Tumorboards ein eigenes Tool entwickelt, das Fachdisziplinen in der Krebstherapie effizient vernetze.

Professor Erich Reinhardt, Vorstand des Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg, verwies bei dem Pressegespräch in Penzberg auf das großes Ideenpotenzial zur Digitalisierung in Deutschland.

Dieses könne mit dem bei US-Firmen, wie im kalifornischen Silicon Valley, problemlos mithalten. Es müsse nur in wirtschaftlich verwertbare Modelle transferiert werden. Dafür sei interdisziplinäre Vernetzung ein zentraler Erfolgsfaktor. (cmb)

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