Telemedizin

Schlaganfall-Therapie per Videoschalte

Thüringens Kliniken machen den Top-Standard in der Neurologie jetzt im Netz verfügbar: Künftig können auch die Häuser von Stroke Units in der Schlaganfall-Therapie profitieren, die solche Einrichtungen gar nicht betreiben.

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Stroke Unit: Davon sollen jetzt alle Kliniken in Thüringen profitieren.

Stroke Unit: Davon sollen jetzt alle Kliniken in Thüringen profitieren.

© michalke / imago

JENA (rbü). Beim Schlaganfall will Thüringen keine Zeit mehr verlieren. Per Telemedizin stellen die Stroke Units von Jena, Altenburg und Erfurt nun anderen Kliniken im Freistaat ihre Expertise bei der Diagnose und Behandlung zur Verfügung.

Mit Unterstützung der Landesregierung wurde das Netzwerk Satellit jetzt freigeschaltet.

Im "Schlaganfall Telemedizin Netzwerk Thüringen" arbeiten Neurologen aus dem Helios-Klinikum Erfurt, dem Klinikum Altenburger Land und der Uniklinik Jena künftig eng mit Krankenhäusern zusammen, die über keine Stroke Units verfügen.

Per Videokonferenz können sie sich künftig ohne Zeitverlust in die Akut-Versorgung dazuschalten.

"Die schnelle Diagnose und der unverzügliche Beginn einer geeigneten Therapie sind entscheidend bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten. Dies gilt für die Thrombolyse, aber auch für andere, weitergehende Therapien wie die neuroradiologische Intervention", erklärte Professor Otto Witte, Direktor der Hans-Berger-Klinik für Neurologie an der Uniklinik Jena.

Netz soll ausgebaut werden

Die Behandlung müsse einsetzen, ohne dass entscheidende Minuten oder gar Stunden durch einen Transport verloren gehen.

Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen bei Erwachsenen. Etwa 10.000 Thüringer erleiden jährlich einen Schlaganfall.

Über das Telemedizin-Netz ist ein neurologischer Facharzt rund um die Uhr erreichbar. "Per Videoschalte können Symptome überprüft werden und gleichzeitig mit den Kollegen vor Ort die CT- oder MRT-Aufnahmen des Gehirns besprochen werden", erklärt Dr. Albrecht Günther, Oberarzt in der Neurologie Jena.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) sagte, das Netz habe Vorbildcharakter soll daher noch ausgebaut werden.

Es bündele Expertenwissen und verbessere die Versorgung der Patienten. Der Freistaat fördert den Aufbau des Netzwerkes mit fast 255.000 Euro.

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