Trauma-Netzwerk

Schwerverletzte sollen rasch in die passende Klinik

Irrfahrten mit einem Schwerverletzten im RTW soll es im "TraumaNetzwerk Kurpfalz" nicht mehr geben. Fünf Kliniken haben klar geregelte Abläufe für die Aufnahme und Behandlung der Patienten vereinbart.

Von Ingeborg Bördlein Veröffentlicht:
Schwerverletzte sollen mit entsprechender Expertise und Ausstattung schnell in die passende Klinik kommen. Das ist das Ziel des Trauma-Netzwerks Kurpfalz.

Schwerverletzte sollen mit entsprechender Expertise und Ausstattung schnell in die passende Klinik kommen. Das ist das Ziel des Trauma-Netzwerks Kurpfalz.

© Mathias Ernert

HEIDELBERG. Schwerverletzte sollen in kürzester Zeit die bestmögliche Versorgung erhalten. Dies soll das "TraumaNetzwerk Kurpfalz" - ein Zusammenschluss von fünf Kliniken im Rhein-Neckar-Raum sicherstellen, das seine Arbeit aufgenommen hat.

Je nach Verletzungsart- und schwere sollen die Patienten durch eine Versorgungskaskade mit klar geregelten Abläufen innerhalb des Netzwerks und kurzen Kommunikationswegen schnell an die richtige Adresse gelangen.

Kreiskrankenhäuser und kleinere Kliniken übernehmen die Basisversorgung etwa bei Frakturen oder Schnittwunden, größere regionale Traumazentren werden bei komplexeren Verletzungen von den Rettungsdiensten angefahren und Schwerstverletzte sollen ohne Zeitverlust an die hochspezialisierten Abteilungen in den Universitätskliniken gelangen.

Binnen 30 Minuten in die Klinik

Die Maxime: Jeder schwerverletzte Patient muss per Rettungswagen oder Hubschrauber binnen 30 Minuten zu einer Klinik mit entsprechender Expertise und Ausstattung für die adäquate Behandlung seiner Verletzungen gelangen.

Die oft zeitintensive Suche nach einem freien Behandlungsplatz für Schwerstverletzte soll durch den Zusammenschluss jetzt der Vergangenheit angehören, erklärte der Sprecher des Traumanetzwerks, Professor Gerhard Schmidmaier vom Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

So seien die überregionalen Traumazentren ab sofort verpflichtet, Patienten ohne Wartezeit aufzunehmen, die in einem kleineren Haus nicht adäquat versorgt werden können. Hierfür müssen sie eine entsprechende Bettenzahl vorhalten.

Vorgaben der DGU müssen erfüllt werden

Dem Traumanetzwerk gehören neben den beiden Uniklinika Heidelberg und Mannheim, die Kreiskrankenhäuser in Sinsheim und Heppenheim an der Bergstraße sowie der Standort Buchen der Neckar-Odenwald-Kliniken an.

Sie müssen Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hinsichtlich personeller, räumlicher und technischer Ausstattung sowie zu Transport und Aufnahme der Patienten, standardisierten Behandlungsabläufen und Kriterien für eine frühe Verlegung von Schwerstverletzten in weiterversorgende Zentren erfüllen und wurden dahingehend geprüft.

Eine regelmäßige Qualitätskontrolle findet statt.

In Deutschland haben sich bisher 47 Traumanetzwerke mit 625 DGU-zertifizierten Traumazentren etabliert.

Ziel des flächendeckenden Netzwerkes mit denselben Qualitätsstandards sei es, den jährlich über eine halbe Million Unfallopfern - darunter etwa 35.000 Schwerstverletzten - an jedem Ort und rund um die Uhr die bestmögliche Diagnose und Therapie zu sichern, so Schmidmaier in einer Mitteilung des Universitätsklinikums.

Mehr zum Thema

Digitalisierung in der Onkologie

„Jedem ist klar, welches Potenzial wir verschenken“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.

Exklusiv Wissen generierende Versorgung

Onkologie: Big Data aus der Praxis-EDV in die Forschung

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zeitgenössischer Kupferstich von William T. G. Morton und Kollegen im Massachusetts General Hospital in Boston. Mittels eines Glaskolbens führte Morton die Äthernarkose vor.

© akg-images / picture-alliance

175 Jahre Anästhesie

Triumph über den Schmerz

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit