Sicherheit bei Telematikinfrastruktur

Spahn: CCC-Hacker sollen sich ePA vornehmen

In einem Jahr soll die elektronische Patientenakte an den Start gehen – und so zu einem lohnenden Ziel für Hacker werden. Damit sie sicher ist, sollen „gute Hacker“ sie jetzt testen.

Veröffentlicht: 15.01.2020, 13:26 Uhr
Bits und Bytes: Wer sie versteht, kann auch die ePA auf Sicherheitsschwachstellen hin untersuchen.

Bits und Bytes: Wer sie versteht, kann auch die ePA auf Sicherheitsschwachstellen hin untersuchen.

© Lino Mirgeler/dpa

Berlin. Hacker vom Chaos Computer Club (CCC) sollen die elektronische Patientenakte (ePA) auf Herz und Nieren testen. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im „Tagesspiegel“ an. Er konkretisierte damit bereits bekannte Äußerungen der Betreibergesellschaft gematik.

Spahn sagte, er werde sich „demnächst mit den Verantwortlichen des Chaos Computer Clubs zusammensetzen und sie bitten, die elektronische Patientenakte dieses Jahr weiter auf die Probe zu stellen“.

Auch werde die gematik „deren Expertise nutzen, um die Telematikinfrastruktur weiterzuentwickeln“.

Hintergrund für die Ankündigung sind Probleme bei der Ausgabe von Praxis- und Heilberufsausweisen (SMC-B und eHBA). Die Lücken hatten Hacker des CCC, darunter ein niedergelassener Anästhesist, kurz vor Silvester beim „Chaos Communication Congress“ in Leipzig publik gemacht. Die Auslieferung der Karten war daraufhin zunächst gestoppt worden.

Die gematik und Kartenanbieter arbeiten derweil an einer Anpassung der Ausgabeprozesse. Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) könnten sie in Kürze wieder verfügbar sein.

Dass die gematik als Betreiberin der Telematikinfrastruktur (TI) bereits im Austausch ist, hatte ihr Chef Dr. Markus Leyck Dieken im Dezember im Interview mit der „Ärzte Zeitung“ gesagt. (nös)

Mehr zum Thema

E-Health

medisign kann neue Arztausweise ausgeben

Schlagworte
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Günterberg

Schon geschehen! Ein namhafter Experte, Herr Dipl.-Informatiker Th. Maus hat eine solche umfassende Analyse bereits vorgenommen, veröffentlicht in der Zeitschrift ct, Heft 26, 2019, Dezember 2019. Lesenswert!
Das Heft dürfte sogar noch im Handel sein.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Forschungsministerin Karliczek , Familienministerin Giffey und Gesundheitsminister Spahn stellen bei einer Diskussionsrunde die Nationale Demenzstrategie vor.

Nationale Demenzstrategie

Spahn will professionelle Demenz-Netzwerke ausbauen

Reizdarmsyndrom: Das Rektum ist durch Obstipation oder eine Gasansammlung aufgebläht.

Interview mit Leitlinien-Koordinatorin

Beim Reizdarmsyndrom probieren und kombinieren!