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Anlagenkolumne

Spin-offs – lukrativ für Anleger?

Von Hanno Kühn Veröffentlicht:

Für viele börsennotierte Unternehmen stellt sich die Frage: Bleiben wir ein Mischkonzern oder sollen wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren? Gerade im Pharmageschäft mit seinen hohen Margen prüft das Management genau, ob es nicht besser wäre, Teilbereiche eines Konzerns im Interesse höherer Börsenbewertung zu verkaufen.

Denn in aller Regel werden Konglomerate im Vergleich zu Unternehmen mit nur einem Geschäftsfeld mit eine Abschlag vom Aktienkurs gehandelt, so dass Investoren die Aufspaltung teils sogar einfordern.

Ein Beispiel ist die Konzentration auf dem Markt für Tiergesundheit. Anfang 2013 platzierte Pfizer seine Veterinärtochter an der Börse und trennte sich so vom Weltmarktführer im Segment für Tiergesundheit. Käufer der ersten Stunde (damaliger Kurs: 26 US-Dollar) erfreuen sich seit dem Börsengang an der Entwicklung der Aktie: Der Kurs hat sich im Laufe der Jahre fast vervierfacht (in der Spitze 103,30 US-Dollar).

Erst kürzlich trennte sich auch Eli Lilly vom Tiermedizinsegment Elanco und ging an die Börse, jedoch platzierten die Amerikaner nur 18 Prozent der Aktien. In der Spitze konnte der Kurs um mehr als 50 Prozent zulegen. Die übrigen 82 Prozent der Elanco-Aktien haben die Aktionäre mit einer Prämie von rund zehn Prozent gegen Lilly-Aktien getauscht.

Aktuell sucht Bayer nach einem Käufer für seine Tiergesundheitssparte Animal Health. Der Übernahmepreis wird auf bis zu acht Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit will der Konzern seine Verschuldung reduzieren: Die Übernahme von Monsanto hat 66 Milliarden US-Dollar gekostet; die Schuldenrückführung dürfte positiv auf die Zinslast wirken.

Ob Kursanstieg oder niedrigere Zinslast, die Beispiele zeigen: Die Summe der Teile ergibt oft mehr als das Ganze, das heißt, eine Abspaltung von Geschäftsteilen rentiert sich in der Regel – für das Unternehmen und die Investoren.

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