Praxis-EDV

Sprache navigiert durch die Praxis-EDV

Fast alle Befehle in der Praxis-EDV lassen sich durch Spracherkennung ansteuern. Das hilft, die Abläufe zu rationalisieren.

Veröffentlicht:
Sprachsteuerung im medizinischen Alltag: Auch die Praxis-Software lässt sich so einfacher bedienen.

Sprachsteuerung im medizinischen Alltag: Auch die Praxis-Software lässt sich so einfacher bedienen.

© Sean Prior / fotolia.com

BERLIN (gvg). Wer in seiner Praxis Spracherkennung nutzen möchte, kann heutzutage viel Komfort erwarten. Über 90 Prozent der Navigationsbefehle lassen sich in den meisten Praxis-EDV-Systemen durch Sprache umsetzen.

Ein wichtiges Hilfsmittel bei der Umsetzung von Spracherkennung in Praxis-EDV sind Sprachbefehle, mit deren Hilfe der Nutzer im Idealfall von Feld zu Feld durch die EDV navigieren kann.

Bei einem Seminar des Systemhauses Abitz.com, einem Partnerunternehmen des Spracherkennungsanbieters Nuance, machte Abitz.com-Projektleiter Sebastian Prieß das am Beispiel von Dragon Medical 11 deutlich: "Dragon Medical 11 ermöglicht es dem Nutzer, Sprachbefehle zu erstellen, denen ganz bestimmte Tastaturkürzel zugeordnet sind", so Prieß.

Automatisierung bis zu 90 Prozent durch Sprachbefehle

"Bei vielen unterschiedlichen EDV-Systemen lassen sich damit 90 Prozent der Navigationsschritte automatisieren."

Wie das konkret aussieht, demonstrierte Simone Leuschke von Frey ADV für die Praxis-EDV-Lösung Quincy. Im Falle von Quincy ließen sich bei entsprechend professioneller Umsetzung etwa 95 Prozent aller Quincy-Befehle durch Sprache ansteuern, so Leuschke.

Besonders komfortabel gelinge das bei Einsatz einer separaten Diktatverwaltung, wie sie bei Dragon Medical zur Verfügung stehe.

Separate Diktatverwaltung erlaubt komplexere Workflows

Die Diktatverwaltung erlaubt nicht nur eine serverbasierte Spracherkennung mit Verwaltung von unterschiedlichen Sprechprofilen. Sie dient auch der Erstellung und Verwaltung von Makrolisten, die bestimmte Diktatprofile enthalten.

Leuschke führte das am Beispiel eines Patienten vor, bei dem diverse Eingabefelder wie Arthroskopie, Diagnose und Medikation hintereinander weg diktiert wurden. Das gesamte Diktat übertrug sie dann mit dem Befehl "in die Akte, bitte" als Ganzes in die Praxis-EDV.

Der Einsatz einer Diktatverwaltungsplattform erlaube es auch, komplexere Workflows unter Einbeziehung des Praxispersonals zu realisieren, so Leuschke.

So könne der Arzt beispielsweise alle nötigen Einträge für einen Patienten diktieren und das Diktat dann an eine Sprechstundenhilfe versenden, die es mit Hilfe der Spracherkennung umsetzt und gegebenenfalls korrigiert.

Die Spracherkennung zwinge dem Arzt heute also keinen Workflow mehr auf, sondern richte sich nach den individuellen Bedürfnissen beziehungsweise nach den Prozessen, mit denen der Arzt in seiner Praxis-EDV ohnehin vertraut ist.

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