Steinbrück: Keine weitere Entlastung bei Lohnnebenkosten

Veröffentlicht:

BERLIN (dpa). Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) schließt eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten auf absehbare Zeit aus. "Mindestens für die nächste Wahlperiode sind keine solchen Entlastungen möglich", sagte er am Donnerstag auf einem SPD-Mittelstandskongress.

Steinbrück verwies darauf, dass er als Folge der Rezession allein für die Bundesagentur für Arbeit und den Gesundheitsfonds "einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag" als Darlehen bereitstellen müsse.Als "völlig unvorstellbar und aussichtslos" bezeichnete Steinbrück angesichts einer Neuverschuldung von 80 Milliarden Euro und der immensen Steuerausfälle die Versprechen von Steuersenkungen aus den Reihen der Union.

Nach seinen Worten ist derzeit nicht absehbar, wann die Wirtschafts- und Finanzkrise tatsächlich zu Ende gehe. "Ich weiß es jedenfalls nicht", betonte er. Steinbrück präzisierte die Pläne für eine deutsche "Bad Bank", (englisch für "schlechte Bank"). Das Bundeskabinett soll am 13. Mai über ein solches Institut entscheiden, das von anderen Banken risikobehaftete Wertpapiere übernimmt, die stark an Wert verloren haben und nicht mehr handelbar sind. Als Gegenleistung für die Bilanzbereinigung durch Einlagerung von "Schrottpapieren" werde es drei Stufen geben: Die Banken müssten dafür Gebühren zahlen sowie Rücklagen bilden.

Zudem sei ein "Ausschüttungsverbot" geplant, wenn sich herausstellen sollte, dass diese Papiere weit weniger wert seien als aktuell veranschlagt. In diesem Zusammenhang kritisierte Steinbrück scharf das Verhalten von Landesbanken. Sie hätten sich "bis zur Halskrause" mit solchen Papieren vollgepumpt. Einige der Institute hätten sich in Märkten engagiert, von denen sie überhaupt keine Ahnung gehabt hätten. Lesen Sie auch: Keine Ende der Finanzkrise in Sicht - Ist eine "Bad Bank" nötig?

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Praxis-PC, Konnektor und andere Elektrogeräte

Elektroschrott: Wie Praxen Altgeräte sicher entsorgen

Lesetipps
Knochen schematisch dargestellt

© crevis - stock.adobe.com

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen