Arbeitsmedizin

Stipendien für gefragten Nachwuchs

Premiere: 17 Stipendiaten sollen für die arbeitsmedizinische Arbeit begeistert werden.

Veröffentlicht:

MAINZ. Das Aktionsbündnis zur Sicherung des arbeitsmedizinischen Nachwuchses hat in diesem Jahr nach eigenen Angaben erstmals 17 Stipendien an Ärzte sowie Studierende der Humanmedizin mit einer Gesamtsumme von 27.100 Euro vergeben. Der Vorstand des Bündnisses, in dessen Reihen mit Dr. Wolfgang Panter unter anderem der Präsident des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) sitzt, habe die Stipendiaten aus einer Vielzahl von Bewerbungen ausgewählt.

Die Stipendien Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin unterstützten die Nachwuchsmediziner bei der beruflichen Qualifizierung zur Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin oder zur Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin. Gefördert würden beispielsweise arbeitsmedizinische Weiterbildungskurse, die Kinderbetreuung während der Weiterbildung sowie Famulaturen und das Praktische Jahr in der Arbeitsmedizin. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unterstütze das Stipendienprogramm mit einer Fördersumme von 25.000 Euro.

"Wir wollen mit diesen Stipendien junge Kolleginnen und Kollegen für das ausgesprochen spannende und interessante Fach Arbeitsmedizin begeistern und damit wesentlich zur Nachwuchsförderung beitragen", verdeutlicht Professor Stephan Letzel, Vorsitzender der Aktionsbündnisses Arbeitsmedizin.

In der Tat herrscht für die Arbeits- und Betriebsmediziner in Deutschland Handlungsbedarf in puncto Nachwuchsgewinnung. Denn der demografische Wandel macht auch vor den Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde nicht Halt. So waren 2013 von insgesamt 12.430 qualifizierten Betriebsmedizinern immerhin 7180 Ärzte 60 Jahre und älter - 57,8 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass mit 51 Prozent nur etwas mehr als jeder zweite Vertreter dieser Fachdisziplin überhaupt betriebsärztlich tätig war. Das geht aus der Broschüre "Arbeitswelt im Wandel - Ausgabe 2015" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) hervor, die auf dem Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2013" (SuGA 2013) derselben Institution basiert.

Auch künftig wolle das Aktionsbündnis viele Förderungen für den arbeitsmedizinischen Nachwuchs auf den Weg bringen und benötige deshalb weitere Unterstützung, wie es weiter heißt.

Im Aktionsbündnis Arbeitsmedizin engagieren sich den Angaben zufolge rund 40 namhafte Unternehmen, Verbände und Versicherungen, Institutionen aus Wissenschaft und Praxis, Ministerien auf Länder- und Bundesebene. (maw)

Mehr zum Thema

Arbeits- und Umweltmedizin

Tele-Sprechstunde: Kein Ersatz, aber sinnvolle Ergänzung

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Aerosolforscher wie Dr. Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, warnen Politiker vor symbolischen Corona-Maßnahmen.

COVID-19-Pandemie

Aerosol-Forscher zu Corona: „Drinnen lauert die Gefahr“

Der Bund will das Infektionsschutzgesetz rasch nachbessern, um die Voraussetzungen für einheitliche Regeln in Gebieten mit hohen Sieben-Tage-Inzidenzen zu schaffen.

Änderung am Infektionsschutzgesetz

Tauziehen um geplante bundesweite Corona-Notbremse