Lübeck

Streit um neurologische Klinikbetten

In und um Lübeck gibt es vier Kliniken mit neurologischen Abteilungen. Doch das Ministerium bewilligt Betten für eine fünfte.

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LÜBECK. Eine Entscheidung des Kieler Sozialministeriums verwundert Krankenkassen und Konkurrenten: Die Sana Kliniken in Lübeck dürfen 22 neurologische Betten für ihre neue Fachabteilung ausweisen, obwohl das benachbarte Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck schon über 57 neurologische Betten verfügt und drei weitere Kliniken in der Region dieses Fachgebiet abdecken.

"Immer neue Angebote verbessern nicht zwangsläufig die Versorgung", sagte UKSH-Sprecher Oliver Grieve der "Ärzte Zeitung". Er vermutet hinter dem Antrag wirtschaftliche Interessen. In Neustadt weisen die Schön Klinik 21 Betten und das Ameos-Klinikum 15 Betten aus.

In Bad Segeberg stehen weitere 101 Betten. Angesichts dieser Dichte fragen sich die Ersatzkassen (vdek), warum die zusätzlichen Betten nicht auf die bestehenden Standorte aufgeteilt wurden.

22 Betten genehmigt

Ihren Antrag hatte die Lübecker Sana Klinik im April 2013 gestellt, nach Vorgesprächen mit dem Land, den Kassen und dem Rettungsdienst - und war damit auf wenig Anerkennung gestoßen. In der Beteiligtenrunde konnte man sich zunächst nicht verständigen.

Dennoch ging das Haus in Vorleistung, baute eine Schlaganfalleinheit und eine neurologische Fachabteilung auf und setzte dafür umfänglich Personal ein - unter anderem sind 23 Pflegekräfte und zehn Ärzte für den Betrieb erforderlich.

Dafür wurden leitende Kräfte vom Lübecker Konkurrenten zu Sana geholt.

Das Ministerium prüfte daraufhin noch einmal die Bedarfsnotwendigkeit. "Die Auswertung der Statistik hat ergeben, dass gemessen an den ausgewiesenen Planbetten ein weiterer Bedarf besteht", sagte hierzu Sprecher Christian Kohl.

Das Ministerium machte deshalb von seinem Letztentscheidungsrecht Gebrauch und genehmigte die beantragten 22 Betten.

Zusammenarbeit von Sana und UKSH

"Das positive Votum aus Kiel erkennt den Bedarf zur verbesserten Versorgung der Lübecker Bürger an", teilte der Klinikträger mit. Laut Sana war die Motivation für den Antrag aus persönlichen Erfahrungen von Ärzten und Krankenschwestern im Haus entstanden.

Außerdem passe die Neurologie hervorragend in das gefäßmedizinische Angebot der Sana Kliniken. Hierzu verwies Sana auf "passende Partner" im Haus wie Kardiologie, Gefäßchirurgie, Diabetologie und Radiologie.

Die Beteiligtenrunde gab Sana und UKSH mit auf den Weg, "weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Zusammenarbeit" zu unternehmen. Beide Seiten betonten, diesem Wunsch entsprechen zu wollen.

Das UKSH kann sich vorstellen, die schwer Erkrankten zu behandeln und für leichtere Fälle, die auch in weniger spezialisierten Häusern behandelt werden können, eine Lotsenfunktion zu übernehmen. (di)

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