Stellungnahme zum DVPMG

TI-Zugang: PKV fordert Gleichbehandlung von allen Versicherten

Der Zugang zur Telematikinfrastruktur müsse diskriminierungsfrei sein, verlangen die privaten Krankenversicherer. Daher müsse der Gesetzgeber beim DVPMG nachjustieren.

Veröffentlicht:

Köln. Die privaten Krankenversicherer (PKV) drängen weiter auf die Gleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Aus Sicht des PKV-Verbands muss der Gesetzgeber beim Gesetzentwurf zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) nachjustieren. Das macht er in einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf klar.

Der PKV-Verband fordert dort einen diskriminierungsfreien Zugang für alle Versicherten zur Telematikinfrastruktur (TI). „Die Belange von PKV-Voll- und Zusatzversicherten, der privat Pflegeversicherten sowie der Beihilfeberechtigten müssen in dem Gesetzentwurf zwingend berücksichtigt werden.“

Deshalb müssen nach Ansicht der PKV Ärzte und andere Leistungserbringer verpflichtet werden, auch Privatversicherte bei der Nutzung der TI-Anwendungen zu unterstützen. Ähnliches sollte demnach für das E-Rezept gelten. „Hierzu muss eine dem GKV-Bereich vergleichbare Verpflichtung der Leistungserbringer zur patientenwunschgemäßen Nutzung der Anwendungen für den PKV-Bereich gesetzlich verankert werden“, heißt es in der Stellungnahme.

Befürchtung: Geraten Privatversicherte ins Hintertreffen?

Wichtig ist der Branche auch, dass ihre Kunden bei Entwicklungen wie der elektronischen Patientenakte und den digitalen Gesundheitsanwendungen nicht ins Hintertreffen geraten. Solche Services müssten als Versicherungsleistungen auch in bestehende Krankenversicherungstarife einbezogen werden, fordert die Branche. Das sei notwendig, um die Versorgung der Privatversicherten flächendeckend sicherzustellen. „Für eine entsprechende Verankerung in den Tarifbedingungen der PKV ist eine gesetzliche Ergänzung, beispielsweise des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), erforderlich.“ Nur so könne der Systemwettbewerb erhalten bleiben.

Für die VVG-Änderung hat sich die PKV auch schon in vorhergehenden Gesetzesverfahren stark gemacht und eine Ergänzung des Paragrafen 192 (Vertragstypische Leistungen des Versicherers) vorgeschlagen. Sie argumentiert, dass nur tariflich verankerte Leistungen kalkuliert und so für alle Versichertengruppen nachhaltig finanziert werden können. (iss)

Mehr zum Thema

Private Krankenversicherer

Hallesche führt die elektronische Patientenakte ein

Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Tag der Privatmedizin 2023

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Verschiedene Gesichter

© Robert Kneschke / stock.adobe.com / generated with AI

Seltene Erkrankungen

GestaltMatcher – Per Gesichtsanalyse zur Orphan Disease-Diagnose

Künstliche Intelligenz gilt auch in der Medizin als Schlüsseltechnologie, mit deren Hilfe zum Beispiel onkologische Erkrankungen stärker personalisiert adressiert werden könnten.

© Kanisorn / stock.adobe.com

EFI-Jahresgutachten 2024 übergeben

KI: Harter Wettbewerb auch in der Medizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag"-Podcast

Wie sagt man seinem Kind, dass man Krebs hat, Dr. Wagner?

Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird