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Anlagen-Kolumne

Totgesagte leben länger

Von Richard Haimann Veröffentlicht:

Für Mediziner ist es frustrierend: Doch die Tabakindustrie steht, trotz jahrzehntelanger Gesundheitskampagnen und Rauchverboten, weiterhin unter Dampf. Der US-Zigarettenkonzern Altria, Hersteller bekannter Marken wie Marlboro, hat in der ersten Jahreshälfte seinen operativen Gewinn um 3,1 Prozent auf 4,96 Milliarden Dollar gesteigert und die Dividende um fünf Prozent erhöht. Seit Jahren predigen Börsengurus, nicht nur die Tabakbranche sei dem Untergang geweiht. Die gesamte Old Economy, die etablierten Wirtschaftsunternehmen, werde durch junge Firmen mit innovativen Ideen hinweggefegt. Doch die Realität sieht – bis jetzt – anders aus.

Beispiel Online-Handel: Zur Jahrtausendwende prognostizierten Studien, dass 2020 Verbraucher nur noch online einkaufen, der stationäre Handel nicht länger mehr existieren würde. Tatsächlich beträgt der Anteil des E-Commerce am gesamten Einzelhandel in Deutschland einer Studie der Universität Regensburg zufolge aktuell nur knapp zehn Prozent.

10,7 Prozent sind es in den USA, wo 1994 – vor inzwischen stattlichen 25 Jahren – mit Amazon der Online-Handel begann. Derweil verdienen die Vermieter stationärer Einzelhandelsflächen kräftig. Die börsennotierte Deutsche Euroshop, Betreiber von 21 Einkaufscentern, erhöhte dieses Jahr ihre Dividende um 3,3 Prozent. 2020 soll eine weitere Anhebung um 3,2 Prozent erfolgen.

Der Denkfehler in allen Untergangsprognosen: Neue Trends werden linear ins Unendliche fortgeschrieben, die Innovations- und Regenerationskraft etablierter Firmen hingegen ausgeblendet. Beispiel RWE: Der Energieversorger, früher reiner Produzent von Atom- und Kohlestrom, wächst gerade mit Wind- und Solaranlagen zum größten Erzeuger erneuerbarer Energien in Europa. Der Aktienkurs ist seit Oktober 2018 um 58 Prozent gestiegen.

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