Unikliniken fordern: Alle Macht dem RKI!

BERLIN (af). Epidemiewarnungen per Email binnen Minuten: Das haben Vertreter der Universitätskliniken am Donnerstag zum Auftakt des VII. Innovationskongresses der Hochschulmedizin gefordert.

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Eine Blutwäsche für einen EHEC-Patienten wird vorbereitet.

Eine Blutwäsche für einen EHEC-Patienten wird vorbereitet.

© dpa

Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser sollten bei Ausbrüchen wie EHEC oder Schweinegrippe sofort von den Kassenärztlichen Vereinigungen beziehungsweise der Deutschen Krankenhausgesellschaft informiert werden, sagte Professor Bitter-Suermann, Präsident des Medizinischen Fakultätentages.

Denkbar sei auch, dass die Praxen und Kliniken bei Verdacht parallel zu den örtlichen Behörden direkt das Robert-Koch-Institut in Berlin verständigten.

Die derzeit vorgeschriebenen Meldeketten könnten dagegen mehr als zwei Wochen in Anspruch nehmen. Sie nutzten nach wie vor noch die Post und seien an Wochenenden unterbrochen. Elektronische Übermittlungswege seien bislang nicht Pflicht.

Kommunikationswirrwarr beseiten

Der Präsident des Medizinischen Fakultätentages forderte Bund und Länder auf, den Kommunikationswirrwarr auf den Epidemie-Meldewegen zu beseitigen, der in den Ländern durch fehlende Interpretationskompetenz verschärft werde.

"Nur das Robert-Koch-Institut hat das gesamte epidemiologische und infektiologische Knowhow zur Risikoabschätzung sowie eine Taskforce", sagte Bitter-Suermann. Die Länder sollten ihre eigenen Fachleute dem zu- und unterordnen.

Mehr Geld für die Behandlung der EHEC-Patienten forderte Rüdiger Strehl, der Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika. Die Kliniken rechneten mit einer Unterdeckung von 8.000 Euro je Fall. Etwa Ehec-Fälle soll es bislang in 4.000 Deutschland geben.

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