BÄK-Präsident

Unsere GOÄ ist fast fertig!

Alle Ziffern – mit Legenden und durchkalkuliert: Der Vorschlag der Bundesärztekammer für die neue GOÄ ist laut BÄK-Präsident im November fertig. Bei den finalen Preisen spielt er den Ball dem Ärztetag zu.

Von Wolfgang van den Bergh und Denis Nößler Veröffentlicht: 09.10.2019, 11:44 Uhr
Unsere GOÄ ist fast fertig!

„Das ist, was wir immer wollten, eine auf rationaler Basis kalkulierte und mit allen Betroffenen abgestimmte GOÄ, mit allem, was dazu gehört“, sagte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt zum aktuellen Stand einer „arzt-eigenen“ GOÄ.

© Rolf Schulten

Berlin. Der Vorschlag der Bundesärztekammer für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist fast fertig.

„Im November erhalten alle, die an den Arbeiten beteiligt waren, eine fertige arzt-eigene GOÄ“, sagte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt im Interview mit der „Ärzte Zeitung“.

Seit Juli seien 54 Gespräche mit ärztlichen Verbänden geführt worden, ein letztes werde an diesem Donnerstag (10. Oktober) stattfinden. „Dann sind wir, bis auf ein paar Mikrorestanten, fertig mit Legendierung und Preisen“, so Reinhardt.

Der Hausarzt aus Bielefeld, der Ende Mai vom 122. Deutschen Ärztetag in Münster zum BÄK-Präsidenten gewählt wurde, ist seit 2016 Vorsitzender des Ausschusses „Gebührenordnung“.

„Das ist das, was wir immer wollten“

Reinhardt zeigte sich zufrieden mit der neuen GOÄ: „Das ist das, was wir immer wollten, eine auf rationaler Basis kalkulierte und mit allen Betroffenen abgestimmte GOÄ, mit allem, was dazu gehört.“

Bei den Preisen sei bisher „keine Rücksicht auf politische Rahmenbedingungen“ genommen worden. Wichtig seien vielmehr die „rationalen Überlegungen hinter den Bewertungen“.

Der Vorschlag muss anschließend mit den Kostenträgern, allen voran dem PKV-Verband und der Beihilfe verhandelt werden. Erlassen kann eine neue GOÄ ohnehin nur der Bundesgesundheitsminister. Jens Spahn hatte vergangenes Jahr eine „Kommission für ein modernes Vergütungssystem“ eingesetzt – ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag. Darin sollen auch Möglichkeiten einer „einheitlichen Gebührenordnung“ geprüft werden, in der EBM und GOÄ zusammengeführt wären.

Sollte die Politik hingegen an dem Dualismus aus GOÄ und EBM festhalten, erwartet Reinhardt eine Zustimmung des Deutschen Ärztetags zu der neuen GOÄ auch dann, wenn die Preissteigerung „nicht in vollem Umfang dem entspricht“, was man sich erhofft habe. Reinhardt: „Diese Beschlusslage haben wir.“

Für die „Rolle des Prügelknaben“ stehe er jedenfalls nicht zur Verfügung. Die neue GOÄ sei ein „Gemeinschaftsprodukt aller ärztlichen Verbände“. Beim Preiseffekt brauche es einen „rationalen Umgang“, so Reinhardt. „Wir leben nicht alleine.“

„Handy wird Arzt nicht ersetzen“

Im Interview äußerte er sich außerdem zuversichtlich bei der Digitalisierung. „Das Handy wird den Arzt nicht ersetzen.“ Techniken wie die Künstliche Intelligenz (KI) könnten vielmehr ärztliche Entscheidungen auf eine breitere Basis stellen. „Alles, was Ärzten dabei hilft, kann ich nur begrüßen.“

Zudem fordert Reinhardt, alles daran zu setzen, „um redundante Arzt-Patienten-Kontakte“ zu vermeiden. Eine Lanze bricht der Hausarzt für die Allgemeinmedizin. Sie sei an vielen Fakultäten unterrepräsentiert.

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