Direkt zum Inhaltsbereich

Berufskrankheiten

Uran-Abbau: Krebs durch Radon im Blick

Die Bundesregierung verneint Sonderregelungsbedarf bei der Berufskrankheiten-Anerkennung für Ex-Mitarbeiter im sowjetischen Atomwaffenprogramm.

Veröffentlicht:

Berlin. Die Bundesregierung sieht keinerlei Veranlassung für weitere Erleichterungen in puncto Krebs als Berufskrankheit bei ehemaligen Beschäftigten der SDAG Wismut und Vorgängerunternehmen in der Ex-DDR, wie aus ihrer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. Zum Hintergrund: Ab dem Jahr 1946 wurde unter Leitung der sowjetischen Armee in Ostdeutschland mit der Förderung von Uran für das sowjetische Atomwaffenprogramm begonnen. Bis 1990 waren insgesamt mehrere Hunderttausend Personen bei der SDAG Wismut und Vorgängerunternehmen beschäftigt. Strittig sind in der DDR während des Wismut-Uranabbaus getätigte Radon sowie Radonfolgeprodukt-Messungen im Unter-Tage-Bereich. Die gemessenen Konzentrationen in der Umgebungsluft von Arbeitsplätzen unter Tage bilden demnach die Grundlage für die Job-Exposure-Matrix (JEM). Mithilfe dieser JEM wird laut Antwort der Bundesregierung für jede Person in der Wismut-Kohorte die jeweilige Radon-Exposition abgeschätzt. Im Berufskrankheitenrecht muss in der Regel ein unmittelbarer und ursächlicher Zusammenhang einer Krankheit mit dem Beruf zumindest möglich erscheinen, um ein Anerkennungsverfahren mit entsprechenden Untersuchungen einzuleiten.

„Durch die Anwendung von Kollektivmittelwerten in Anerkennungsverfahren von Berufskrankheiten geht die eindeutige Beziehung zwischen der Strahlenexposition einer Person und ihrer Erkrankung verloren. Gelegentlich entscheiden zehntel Prozent der berechneten Verursachungswahr-scheinlichkeit über den Ausgang eines Anerkennungsverfahrens“, geben die Grünen zu bedenken. Die Regierung weist darauf hin, dass die Anerkennungsvoraussetzungen „bei Wismut-Beschäftigten regelmäßig erfüllt“ seien. Grundsätzlich unterscheide sich die Beurteilung nicht von der bei Erkrankungen aufgrund anderer Ursachen. (maw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neue Verordnung

Parkinson durch Pestizide als Berufskrankheit eingestuft

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Lesetipps
Eine ältere Frau im Rollstuhl fasst sich mit der Hand an den Kopf. Eine Pflegerin sitzt daneben und kümmert sich.

© buritora / stock.adobe.com

Hirngesundheit

Diese Auswirkungen hat Hitze auf Menschen mit neurologischen Erkrankungen