Praxissoftware

Verwirrspiel um IT-Dienstleister der KVen

Bitkom prescht mit Warnung vor KV-eigenem Software-Anbieter vor.

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BERLIN. Überraschende Warnung: Der Hightech-Verband Bitkom sorgt sich um den fairen Wettbewerb im Praxissoftware-Markt. In einer Mitteilung kritisiert er die angeblichen Pläne der KBV, gemeinsam mit den KVen einen eigenen IT-Dienstleister zu gründen.

Denn die Gesellschaft, die KBV und KVen da neu ins Leben rufen wollten, solle den Pflichtmitgliedern der KVen - und damit allen Vertragsärzten - IT-Dienstleistungen und -Produkte kostenlos zur Verfügung stellen.

"Die KBV greift mit dem geplanten kostenfreien Angebot in einen funktionierenden privaten Markt ein. Ein solcher Markteingriff gefährdet künftige Innovationen", warnt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in der Mitteilung.

KBV muss Praxissoftware zertifizieren

Der Verband sieht hier die Bundesregierung gefragt: Sie solle "dies unterbinden und sicherstellen, dass ein fairer Wettbewerb auf dem Markt der Gesundheits-IT zum Wohle von Patienten und Ärzten bestehen bleibe", so Rohleder.

Für seine Forderung führt der Verband gleich mehrere Gründe an. Einer, der nicht von der Hand zu weisen ist: Die KBV ist gesetzlich damit beauftragt, Praxissoftware vor ihrer Nutzung in den Praxen zu zertifizieren.

Dabei müssten der Zertifizierungsstelle umfangreiche Dokumentationen vorgelegt werden, die auch tiefen Einblick in das geistige Eigentum der Anbieter ermöglichen.

"Als Zertifizierungsstelle einerseits und Anbieter andererseits droht ein nicht aufzulösender Interessenkonflikt", mahnt Rohleder.

KBV: "Thema Telematik ist uns wichtig"

Die KBV ist indes mehr als überrascht über das Vorpreschen des Bitkom. Es sei weder geplant ein neues Unternehmen zu gründen, noch dass die KBV anfange, Software herzustellen, erklärt Pressesprecher Roland Stahl. Es scheint sich eher um ein Missverständnis zu handeln.

Denn was KBV und KVen tatsächlich vorantreiben wollen, ist die Standardisierung was die Anbindung der Praxen ans sichere KV-Netz anbelangt.

"Das Thema Telematik ist uns so wichtig, dass wir die ehemalige Telematik ARGE zugunsten einer neuen GmbH auflösen", sagt Stahl.

Denn bislang war es so, dass die Mitarbeiter und Kollegen in der Telematik ARGE ihre Arbeit meist zusätzlich zu anderen Hauptämtern ausübten. Das könnte sich mit der GmbH ändern.

Die Gesellschaft soll sich aber eben in erster Linie mit der Schnittstellen-Problematik beschäftigen. "Und diese binden die Softwarehersteller ja wieder in ihre Produkte ein", berichtet Stahl. (reh)

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