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Kommentar

Wertvolle Hilfe aus den Hausarztpraxen

Von Monika Peichl Veröffentlicht:

Nicht erst der Skandal um minderwertige Brustimplantate hat gezeigt, dass die Qualitätssicherung bei Medizinprodukten stark verbesserungsbedürftig ist. Kontrollen, bei denen die Prüfer - natürlich angemeldet - zum Kaffeetrinken mit Aktenstudium kommen, sind untauglich. Kliniker fordern schon lange effektive und vor allem strenge Zulassungsvorschriften. Das verursacht Kosten und erschwert kleineren Herstellern den Marktzugang. Aber warum sollte Qualität bei Hüftprothesen oder Medikamentenpumpen weniger wichtig sein als bei Arzneimitteln?

Freiwillige Ansätze wie Implantat-Register von Fachverbänden sind ehrenwert, aber nicht ausreichend. Es liegt nun an den Ärzten, die zwar nicht juristisch, aber aus Patientensicht moralisch für Qualitätsmängel verantwortlich gemacht werden, nicht locker zu lassen und die Politik unter Zugzwang zu setzen. Die reagiert, solange ein Thema in den Schlagzeilen ist, mit ein bisschen Aktionismus und zählt auf baldiges Ab ebben des öffentlichen Interesses.

Deshalb brauchen Klinikärzte Unterstützung. Gerade Hausärzte könnten dazu beitragen, dass das Problem nicht in der Versenkung verschwindet. Auf anderen Baustellen, etwa der Palliativversorgung, klappt das ja auch ganz gut.

Lesen Sie dazu auch: Trügerische Gütesiegel suggerieren Sicherheit

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