Direkt zum Inhaltsbereich

Wie Ärzte trotz Finanzkrise an Kredite kommen

In Sachen Kreditvergabe könnten Ärzte in Zukunft zu den Gewinnern zählen. Allerdings nur, wenn sie sich aufs Bankgespräch gut vorbereiten.

Rebekka HöhlVon Rebekka Höhl Veröffentlicht:
Ärzte, die ihrem Bankberater einen kompletten Businessplan vorstellen, erhalten eher Geld.

Ärzte, die ihrem Bankberater einen kompletten Businessplan vorstellen, erhalten eher Geld.

© Foto: Siegfried Sperl/ddp

Eine Kreditklemme sei derzeit zwar nicht zu spüren, meldete die Bundesbank erst am Montag. Doch die Banken seien bei der Kreditvergabe an Unternehmen vorsichtiger geworden. Und dass die Banken in Zukunft ihre Kreditbestimmungen noch mehr verschärfen, davon geht die Medizin-Ökonomin und Rating-Analystin Ute Meyer aus Nürnberg aus. "Die Kreditkonditionen werden je nach Bonität des Antragstellers entsprechend teurer."

Ein Grund zur Panik ist das nicht. Denn Ute Meyer, die insbesondere Ratings im Medizinbereich durchführt, weiß, dass es bei Ärzten darauf ankommt, wie gut sie sich auf ihr Bankgespräch vorbereiten. Was sie - egal ob nun Praxisgründer oder alteingesessener Arzt - benötigen, ist ein Businessplan. Der sollte auch bei bereits niedergelassenen Ärzten einen Zeitraum von zwei Jahren umfassen. Denn ist die Finanzplanung nicht nachvollziehbar und kein Geschäftskonzept ersichtlich, könnte der Kreditantrag abgelehnt werden.

Dabei sollten folgende Punkte im Businessplan berücksichtigt werden:

  1. Executive Summary: Eine Zusammenfassung dessen, was die Praxis in Zukunft plant und des Status quo.
  2. Dienstleistung: Welches Leistungsspektrum bietet die Praxis?
  3. Markt und Wettbewerb: Wie sieht die Konkurrenz aus? Welches Patienten-Potenzial ist vorhanden?
  4. Marketing: Wie werden Patienten auf die Leistungen der Praxis aufmerksam gemacht?
  5. Geschäftsmodell: Welche Ziele setzt sich die Praxis? Welche Patientengruppen werden angesprochen?
  6. Praxisführung/Personal: Welches Fachwissen ist vorhanden? Wie wird die Praxis geführt? Gibt es ein QM?
  7. Realisierungsfahrplan: Was wird bis wann umgesetzt?
  8. Chancen und Risiken: Wo bestehen Möglichkeiten, Zusatzeinnahmen zu generieren? Wie kann sich die Praxis von der Konkurrenz abheben? Welchen Entwicklungen sollte die Praxis entgegenwirken?
  9. Finanzplanung:Welche kurz- und langfristigen liquiden Mittel werden benötigt? Was erwirtschaftet die Praxis? Hilfreich sind hier die neuen RLV.

Gut vorbereitet fürs bankinterne Rating

Das sollten Ärzte beachten, um beim bankinternen Rating eine optimale Bewertung zu erhalten:

  • Welche Unterlagen sind wann bei der Bank einzureichen?
  • Werden Zusatzinformationen benötigt und wenn ja, welche?
  • Wie beurteilt die Bank die Praxis mit den bankinternen Kennzahlen?
  • Werden die Bankkonten innerhalb der vereinbarten Kreditlinien geführt? Oder zeigt die Kontoführung eine problematische Entwicklung?
  • Existiert eine regelmäßige Liquiditätsüberwachung und wie hoch sind die dem Arzt monatlich nach Abzug aller Kosten zur Verfügung stehenden freien Mittel? (ggf. Rücksprache mit dem Steuerberater halten!)
  • Auf welche kritischen Fragen muss sich der Arzt insbesondere unter Berücksichtigung der gesundheitspolitischen Entwicklungen einstellen?
  • Werden Planungsunterlagen benötigt?

Quelle: Ute Meyer, HealthCare Consulting, Nürnberg

Lesen Sie dazu auch: Am Kredit-Scoring der Praxis lässt sich drehen

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)

Geldtipp-Podcast Pferdchen trifft Fuchs

Warum das Altersvorsorgedepot ein Quantensprung ist

Depots resilienter aufstellen

Aktienmarkt: Breite Streuung gegen gestörte Lieferketten

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Robert Koch-Institut

Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

Lesetipps
Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Viele Gespräche, sich viel Zeit nehmen – das setzt eine Suizidassistenz voraus.

© Lumos sp / stock.adobe.com

Begleitetes Sterben

Suizidassistenz gewinnt Bedeutung in deutschen Hausarztpraxen