Kommentar

Zweitmeinung zweitrangig?

Von Martina Merten Veröffentlicht: 17.12.2014, 09:28 Uhr

Nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sei das Zweitmeinungsverfahren, glaubt der Kardiologe Professor Hartmut Gülker. Kern sei die leitliniengerechte Medizin und deren Umsetzung. Das stimmt natürlich.

Fakt ist aber auch, dass zusätzlicher Sachverstand immer wieder zu neuen Erkenntnissen führt. 50 Prozent der Zweitmeinungen weichen zum Teil erheblich von der Erstmeinung ab. 70 Prozent dieser Abweichungen fanden in Kliniken fernab der Metropolen statt.

Mehr noch: Die überwiegende Mehrheit der Patienten wechselte sogar die Therapie, nachdem sie eine alternative Meinung zum Erstbild eingeholt hatte, ergab eine Studie der Felix-Burda-Stiftung zum Thema Zweitmeinung. Patienten hören sich eine zweite Meinung also nicht nur an, ihr anschließendes Handeln wird maßgeblich davon beeinflusst.

Problematisch ist allerdings, dass 25 Prozent aller Patienten ihr Recht auf Zweitmeinung nicht kennen und es kaum aktive Aufklärung von den behandelnden Ärzten gibt, ergab eine Umfrage unter 1000 Bundesbürgern der Asklepios Kliniken in diesem Jahr.

Diese Aufklärung ist aber besonders wichtig und muss sowohl über Krankenkassen, Gesundheitsdienstleister oder über die Ärzteschaft erfolgen. Damit Zweitmeinung nicht zweitrangig bleibt.

Lesen Sie dazu auch: vzbv: Mehrheit weiß nichts vom Recht auf Zweitmeinung

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