Ernährung, 15.07.2009
 

Lösliche Ballaststoffe machen Mäuse dick

POTSDAM-REHBRÜCKE (eb). Zusätzlich zu einer fettreichen Diät verzehrte lösliche Ballaststoffe führen zu einer Zunahme von Körperfett, Übergewicht und Insulinresistenz. Die zusätzliche Aufnahme unlöslicher Ballaststoffe wirkt dieser ungünstigen Entwicklung entgegen.

Das konnten Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in einer Langzeitstudie an Mäusen zeigen (J Nutr Biochem 2009, doi:10.1016/j.jnutbio.2008.12.012).

Sie fütterten zu Übergewicht neigende Mäuse mit einer Western-Style-Diät. Zusätzlich erhielten die Tiere entweder lösliche Ballaststoffe (Guar) oder unlösliche Ballaststoffe aus Getreide. Nach 45 Wochen wogen die mit Guar gefütterten Tiere 8,2 Gramm mehr als ihre Artgenossen. "Würde man diese Gewichtszunahme in Relation zu einer 60 Kilogramm schweren Person setzen, so hätte diese am Ende 16 Kilogramm mehr auf die Waage gebracht", sagte Martin O. Weickert vom DIfE.

Darüber hinaus nahm die Insulinempfindlichkeit der mit Guar gefütterten Tiere mit steigendem Körpergewicht ab - ein Anzeichen für einen entstehenden Diabetes. Durch die bakterielle Umwandlung der löslichen Ballaststoffe stieg zudem die Konzentration der kurzkettigen Fettsäuren im Darm stark an. "Obwohl diesen Fettsäuren in der Regel günstige Eigenschaften zugeschrieben werden, tragen sie aber auch deutlich zur Gesamtenergiezufuhr bei, was die beobachtete Körperfettzunahme erklären könnte", so Weickert.

Humane Langzeitstudien seien nun notwendig, um diese ersten Ergebnisse zu untermauern, ergänzte Professor Andreas F. H. Pfeiffer, Leiter der DIfE-Abteilung Klinische Ernährung. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könne man dieses Wissen einsetzen, um funktionelle Lebensmittel zu entwickeln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »

ernährung

Das Special "ernährung" will Sie mit Beiträgen zu einem Themenschwerpunkt und Hintergrundinformationen in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Themen der aktuellen Ausgabe vom 15. Juli 2009: