Ärzte Zeitung, 01.09.2008
 

Herzinsuffizienz-Patienten haben Vorteil von Omgega-3-Fettsäuren

Sterberate wird signifikant vermindert / Weniger Klinikbehandlungen werden nötig

MÜNCHEN (Rö). Patienten mit Herzinsuffizienz haben einen signifikanten Vorteil für die Prognose, wenn sie zusätzlich zur Standardtherapie Omega-3-Fettsäuren (PUFA) erhalten. Die Sterberate ist niedriger und es werden weniger Krankenhausbehandlungen nötig.

Herzinsuffizienz-Patienten haben Vorteil von Omgega-3-Fettsäuren

Nach den Ergebnissen der Studie GISSI-HF*, die beim ESC vorgestellt und in "The Lancet" online veröffentlicht wurden, starben während 3,9 Jahren von den mit 1 g PUFA täglich Behandelten 27 Prozent (955 Patienten). Mit Placebo waren es 29 Prozent (1014 Patienten). Dieser Unterschied war statistisch signifikant.

Den kombinierten Studienendpunkt Tod jeglicher Ursache oder Klinikbehandlung aus kardialen Gründen erreichten mit der PUFA-Therapie 57 Prozent (1981 Patienten), mit Placebo jedoch 59 Prozent (2053 Patienten). Auch dieser Unterschied war signifikant.

Daraus ergibt sich: Es müssen 56 Patienten für 3,9 Jahre die Fettsäuren erhalten, um einen Tod zu verhindern. Mit der Therapie von 44 Patienten wird ein Tod jeglicher Ursache oder eine Klinikaufnahme aus kardialen Gründen verhindert. Unerwünschte Reaktionen waren mit drei Prozent in Verum- und Placebo-Gruppe gleich häufig.

Die Studie im Einzelnen: In der doppeltblinden, placebokontrollierten Zufallsauswahlstudie hatten Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV) teilgenommen. 3494 Patienten wurden für 3,9 Jahre mit 1g PUFA behandelt. 3481 erhielten ein Placebo. Pro Kapsel enthielt die geprüfte Medikation 850 bis 882 mg Eicosapentaen- und Docosahexaen-Säure als Ethylester im durchschnittlichen Verhältnis von 1 zu 1,2.

In einem zweiten Studienteil von GISSI-HF wurde auch 3,9 Jahre doppeltblind geprüft, ob ein Statin (Rosuvastatin) einen Einfluss auf die Sterberate und auf Behandlungen in der Klinik aufgrund von kardiovaskulären Ursachen hatte.

Von den Patienten mit dem Statin starben 29 Prozent (657 Patienten), mit Placebo 28 Prozent (644 Patienten). Dieser Unterschied ist nicht signifikant. Auch beim kombinierten Endpunkt aus Tod und Klinikbehandlung wegen kardialer Ursachen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Verum und Placebo.

*Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell‘Infarto miocardico

Weitere Berichte vom ESC

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »