Herzinsuffizienz-Patienten haben Vorteil von Omgega-3-Fettsäuren

Veröffentlicht:

MÜNCHEN (Rö). Patienten mit Herzinsuffizienz haben einen signifikanten Vorteil für die Prognose, wenn sie zusätzlich zur Standardtherapie Omega-3-Fettsäuren (PUFA) erhalten. Die Sterberate ist niedriger und es werden weniger Krankenhausbehandlungen nötig.

Nach den Ergebnissen der Studie GISSI-HF*, die beim ESC vorgestellt und in "The Lancet" online veröffentlicht wurden, starben während 3,9 Jahren von den mit 1 g PUFA täglich Behandelten 27 Prozent (955 Patienten). Mit Placebo waren es 29 Prozent (1014 Patienten). Dieser Unterschied war statistisch signifikant.

Den kombinierten Studienendpunkt Tod jeglicher Ursache oder Klinikbehandlung aus kardialen Gründen erreichten mit der PUFA-Therapie 57 Prozent (1981 Patienten), mit Placebo jedoch 59 Prozent (2053 Patienten). Auch dieser Unterschied war signifikant.

Daraus ergibt sich: Es müssen 56 Patienten für 3,9 Jahre die Fettsäuren erhalten, um einen Tod zu verhindern. Mit der Therapie von 44 Patienten wird ein Tod jeglicher Ursache oder eine Klinikaufnahme aus kardialen Gründen verhindert. Unerwünschte Reaktionen waren mit drei Prozent in Verum- und Placebo-Gruppe gleich häufig.

Die Studie im Einzelnen: In der doppeltblinden, placebokontrollierten Zufallsauswahlstudie hatten Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV) teilgenommen. 3494 Patienten wurden für 3,9 Jahre mit 1g PUFA behandelt. 3481 erhielten ein Placebo. Pro Kapsel enthielt die geprüfte Medikation 850 bis 882 mg Eicosapentaen- und Docosahexaen-Säure als Ethylester im durchschnittlichen Verhältnis von 1 zu 1,2.

In einem zweiten Studienteil von GISSI-HF wurde auch 3,9 Jahre doppeltblind geprüft, ob ein Statin (Rosuvastatin) einen Einfluss auf die Sterberate und auf Behandlungen in der Klinik aufgrund von kardiovaskulären Ursachen hatte.

Von den Patienten mit dem Statin starben 29 Prozent (657 Patienten), mit Placebo 28 Prozent (644 Patienten). Dieser Unterschied ist nicht signifikant. Auch beim kombinierten Endpunkt aus Tod und Klinikbehandlung wegen kardialer Ursachen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Verum und Placebo.

*Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell‘Infarto miocardico

Weitere Berichte vom ESC

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft

Interview

Gerlach: „Es gibt keinen allgemeinen Ärztemangel und keine generelle Überalterung“

Lesetipps
Die Ursache der Appendizitis des jungen Mannes war offenbar eine Aktinomykose, ausgelöst durch Actinomyces israelii, ein gram-positives anaerobes Bakterium, das als Kommensale in der Mundhöhle und auch im Gastrointestinaltrakt vorkommt.

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Untypisches Krankheitsbild

Kasuistik: Hinter dieser Appendizitis steckte ein Bakterium

Die Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie war in einer aktuellen Studie die häufigste Pilzerkrankung bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

© Dr_Microbe / Stock.adobe.com

Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie

Pilzsepsis gibt es auch bei Rheuma